Chaos beim HSV
Investor Kühne will Magath als Vereinsboss

Alle Macht für Magath: In einem verbalen Rundumschlag rechnet der Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne mit dem HSV ab. Kreuzer? Drittklassig. Fink? Unfähig. Helfen soll nach Kühnes Willen ausgerechnet Felix Magath.
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Hamburg, DüsseldorfTrotz der Chaos-Tage will der Hamburger SV mit einigen treuen Fans am Samstag um Punkt 17.00 Uhr die 50-jährige Zugehörigkeit zur Bundesliga feiern. Es passt irgendwie zur Lage des Klubs, dass der historische Moment, in dem die Bundesliga-Uhr des letzten verbliebenden Gründungsmitglied auf die glatte 50 springt während eines Auswärtsspiels vorübergeht. Doch ist die Stimmung nicht nur wegen der Spielansetzung am Boden: Die Angst vor einer weiteren Niederlage des Fußball-Dinos im Abendspiel (18.30 Uhr/Sky) treibt die Hanseaten um. Eine Reihe ehemaliger Spieler, so wie Horst Hrubesch oder Uli Stein und vor allem Investor Klaus-Michael Kühne könnten dann noch vehementer radikale Änderungen fordern.

Der 76-Jährige Großunternehmer und Milliardär findet, Trainer, Sportdirektor, Vorstand und Aufsichtsrat sollten gehen und Platz für Felix Magath machen. Besonders Coach Thorsten Fink griff er an: „Ich bin maßlos enttäuscht von ihm“, sagte der Unternehmer in einem Interview des „Hamburger Abendblatts“.

Der Milliardär warf Fink vor, mit den beiden freien Tagen nach dem Hoffenheim-Debakel (1:5) ein falsches Signal gesetzt zu haben. „Diese Entscheidung hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, erklärte Kühne. Die Strafe für die Profis Dennis Aogo und Tomas Rincon, die wegen Mallorca-Trips für das Berlin-Spiel suspendiert wurden, ärgerte den Finanzier, der den Norddeutschen beim Transfer von Rafael van der Vaart im Sommer 2012 mit einem Darlehen von acht Millionen aushalf. Doch auch der niederländische Superstar blieb bisher weit hinter den Erwartungen zurück.

Nur Magath sei laut Kühne in der Lage, den HSV zu retten: „Er ist der Einzige, den ich für fähig halte, bis zum Ende der Transferfrist einen dringend benötigten Stürmer zu verpflichten.“ Ohne grundlegende Strukturveränderungen beim HSV würde er kein weiteres Geld zur Verfügung stellen. „Im Moment ist für mich ein weiteres Engagement kein Thema. Erst mit neuen Strukturen und den richtigen Leuten kommt das für mich wieder infrage“, hatte er zuvor schon der „Schweizer Illustrierten“ gesagt. „Es sind zu viele, die es einfach nicht können - und es machen“, sagte auch Horst Hrubesch, Trainer der deutschen U-21-Junioren und 1983 mit dem HSV Europapokalsieger der Landesmeister, bei Servus TV und schob gleich einen Verbesserungsvorschlag nach: „Es muss auf die Schnelle auch was passieren; die ganze Struktur beim HSV stimmt nicht. Ich glaube, dass die 83er auch heute sich hundertprozentig zur Verfügung stellen würden.“ Unter anderem im Team damals: Felix Magath, derzeit ohne Job im Fußball. Und nach eigenem Bekunden ist eine Führungsposition bei seinem alten Klub aus Hamburg eine von zwei Dingen, die ihn beruflich noch reizen.

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Scharner weg, Mannschaft in der Pflicht

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  • Gemäss Herrn Kreuzer ist der HSV doch auf Augenhöhe mit Bayern und Dortmund.

    Vielleicht sollten wir es einfach mal ausprobieren. Bundesliga ohne HSV...

  • Der HSV bekommt nun die Quittung für miserables Management.

    Wer glaubt Herr Kreuzer hätte das Zeug dazu in dem Haifischbecken HSV aufzuräumen hat sich gewaltig geirrt.

    Herr Kühne hat absolut Recht, seine Qualifizierung reicht vielleicht fuer erste Liga in Oesterreich. In Deutschland hatte er bereits beim KSC seine Grenzen erreicht.

    Im Normalfall werden die Erfahrung eines Kandidaten vor der Einstellung gecheckt. Ich weiss wahrlich nicht, was bei diesem Check schiefgelaufen ist.

    Das nächste Problem kann schon bald auf den HSV zukommen. Kreuzer muss Fink vor die Türe setzen, genau den Fink, der sich für dessen Verpflichtung stark gemacht hat.

    Beide haben sich mit diesen Aemtern übernommen. Fink ist trotz seiner Erfolge in Basel eine Jungfrau und dem politikgeladenen HSV bei Weitem nicht gewachsen.

    Deshalb mein Appell and die Verantwortlichen: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Weder Kreuzer noch Fink werden nachhaltig erfolgreich sein in Hamburg.

  • Das Unentschieden in Gelsenkirchen wurde allenthalben mit anerkennenswerter Erleichterung aufgenommen, so hab ich's jedenfalls registriert (was die Punkteteilung jedoch wert ist, wird sich erst noch zeigen, da auch die Schalker keinen so guten Start erwischt haben). Dann dieser absolut unverständliche Einbruch zuhause gegen Hoffenheim.
    Niemand in HH will SCHON WIEDER erleben, dass der HSV vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg kämpft. Niemand will das. Deshalb ist die Reaktion durchaus nachvollziehbar, in letzter Konsequenz allerdings nach meinem Geschmack etwas zu heftig geraten.
    Geld ist wichtig, o.k. Aber Geld kann nicht alles kaufen, schon garnicht Unterwürfigkeit, Herr Kühne. Denn die fordern Sie jetzt faktisch ein. Das ist nicht i.O.
    Ich hoffe inständig, die Mannschaft kann morgen auf dem Platz die Antwort geben. Eine ganz überzeugende Antwort, Denn sonst brennt morgen Abend bei manchen der Baum. Ich jedenfalls wünsche mir das nicht. Die Luft aber knistert gewaltig. Die Jungs können das, davon bin ich total überzeugt. Enttäuscht uns nicht. Good luck!!!

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