Chefs bleiben kühl
Top-Manager glauben nicht an DFB-Elf

Deutsche Spitzenkräfte lassen sich von der kollektiven WM-Euphorie und Nationalgefühlsduselei nicht verblenden. Während plötzlich die deutsche Mannsachaft allerorts zum Titelfavoriten erkoren wird, setzen hiesige und europäische Top-Manager auf ein anderes Team.

doh DÜSSELDORF. Was die laufende Fußball-Weltmeisterschaft nicht alles zu Tage bringt: Der deutschen Wirtschaft fehlt es ganz offensichtlich an Zuversicht und Zutrauen in das eigene Land. Zumindest gilt das im europäischen Vergleich - im Hinblick auf Fußball. Diese Lehre lässt sich aus einer exklusiven Handelsblatt-Umfrage ziehen, dem Business-Monitor International. Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich und der Schweiz wurden gefragt: Wer wird Fußball-Weltmeister 2006?

Das eigene Land - mit einer klaren oder zumindest mit einer relativen Mehrheit lauten so die Antworten der Spitzenmanager aus Großbritannien, aus Frankreich und auch aus Italien. Nur die deutschen Führungskräfte tippen in der absoluten Mehrzahl: Brasilien. Mehr als die Hälfte der befragten deutschen Manager ist dieser Meinung - und gerade einmal knapp ein Fünftel der Spitzenmanager des Austragungslandes setzen auf ihre eigene Elf.

Sogar in der Schweiz, deren Team in dem Turnier eine krasse Außenseiterrolle einnimmt, tippen nahezu so viele Manager auf die Kicker ihres Landes (27 Prozent) wie auf die des heißesten Titelanwärters Brasilien (32 Prozent).



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Dass die Manager Österreichs nicht auf das eigene Team setzen, ist dagegen nur logisch: Das Alpenland hat sich für die WM-Endrunde nicht qualifiziert. Diese bittere Nachricht scheint nicht spurlos an den Gemütern der österreichischen Wirtschaftsbosse vorübergegangen zu sein: Mit 28 Prozent gaben überdurchschnittlich viele Manager an, sie hätten kein Interesse an Fußball. Im hiesigen Gastgeberland behaupten das nur elf Prozent der Manager. Das ist europäischer Durchschnitt; insgesamt sind zwölf Prozent der Wirtschaftsbosse nach eigenen Angaben Fußballmuffel.

Auch wenn mit Ausnahme der deutschen Führungskräfte alle befragten europäischen Manager an den sportlichen Erfolg ihrer Nationalmannschaft glauben - insgesamt darf sich die brasilianische Mannschaft der Anerkennung der europäischen Wirtschaft gewiss sein. Denn im Durchschnitt geht die Wirtschaftselite der europäischen Industrienationen klar davon aus: Die brasilianische Mannschaft wird Fußball-Weltmeister 2006.

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