Chelsea-Boss Abramowitsch
Ein Milliardär träumt vom großen Titel

Bayern gegen Chelsea, das heißt Festgeldkonto gegen Fass ohne Boden, überlegte Investition gegen Kaufrausch. Klubchef Abramowitsch will mit aller Macht den Champions-League-Titel - und greift dafür tief in die Tasche.
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LondonGeld allein reicht nicht, um den FC Chelsea zum besten Klub der Welt zu machen. Diese Erfahrung macht Roman Abramowitsch seit fast zehn Jahren, ohne seine Strategie zu ändern. Ausgerechnet nach einer verkorksten und erneut sehr teuren Saison hat der FC Chelsea die Chance, den Pokal in der Königsklasse zu gewinnen – und den größten Wunsch seines Eigentümers endlich zu erfüllen.

In den ersten Minuten des Elfmeterschießens ist es nur der Regen, der ihm komplett durchnässt. Das Wasser rinnt ihm aus den Haaren ins Gesicht. Ab der siebten Minute mischen sich Tränen mit den Regentropfen. John Terry, Verteidiger beim FC Chelsea und einer der besten Spieler der englischen Premier League, hat versagt. Er ist auf dem nassen Rasen ausgerutscht und hat den Ball gegen die Torlatte geschossen. Aus. Vorbei. Ende des großen Traums von einem Sieg in der Champions League. Der Pokal in der europäischen Königsklasse geht an den Erzrivalen Manchester United.

Am Samstag, fast genau vier Jahre nach der bitteren Niederlage, steht der FC Chelsea erneut im Finale der Champions League. Der Verein hat im Spiel gegen Bayern München die nächste Chance, endlich den größten Wunsch seines Eigentümers Roman Abramowitsch zu erfüllen und den prestigeträchtigsten Vereinswettbewerb Europas zu gewinnen. Dieses Mal ohne Terry, der wegen einer roten Karte gesperrt ist.

Im Sommer 2003 hat der russische Oligarch Abramowitsch den Londoner Verein für umgerechnet etwa 200 Millionen Euro übernommen und vor der Pleite gerettet. Weitere gut 800 Millionen Pfund (knapp eine Milliarde Euro) hat der Milliardär bis heute investiert und sieben Trainer verschlissen, um Spaß zu haben, um Anerkennung zu finden und um den FC Chelsea zum „besten Fußballclub der Welt“ zu machen.

Wenn der Verein am Samstag gegen die Bayern antritt, ist das daher auch ein Duell von zwei Wirtschaftsstrategien in der Fußballwelt, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Hier das Spielzeug des einkaufswütigen Russen: der „FC Chelski“, wie die Boulevardzeitung „The Sun“ den Club getauft hat, bei dem wirtschaftliche Überlegungen bei der Einkaufspolitik überhaupt keine Rolle spielen.

Mit einem Eigentümer, der immer wieder enorme Summen lockermacht für neue Spieler und ihre Traumgagen. Dort der FC Bayern, der in der Bundesliga für solide Finanzen und gleichzeitig für Erfolg steht – und das bereits seit Jahren.

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  • Und wieder einer dieser destruktiven Herren, die an ihren Reichtum durch Diebstahl, Betrug und Lüge gekommen sind (was der Herr Abramowitsch sein eigen nennt gehört dem russischen Volk)denen am Ende ihr pathologischer Geltungsdrang (Minderwertigkeitskomplex) zum Verhängniss werden wird.

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