Fußball
"Chip-Ball" steht in Peru auf dem Prüfstand

Klein aber fein: So soll sie sein, die neue Geheimwaffe der Schiedsrichter. Ab Freitag wird der "Chip-Ball" bei der U17-Weltmeisterschaft (Peru) in 32 Spielen auf seine Tauglichkeit getestet.

Gerade einmal 15 Millimeter klein ist das neue Ass im Ärmel des Unparteiischen - beziehungsweise im Ball der Spieler. Die Rede ist vom "Chip-Ball", der bei der U17-Weltmeisterschaft in Peru ab Freitag seine "Feuertaufe" erfährt. In 32 Spielen soll die Technologie bis zum 2. Oktober auf ihre Tauglichkeit getestet werden. Verläuft das Experiment erfolgreich, könnten bereits ab dem kommenden Jahr "Wembley-Tore" endgültig der Vergangenheit angehören.

"Wir werden die Technologie bei der WM in Deutschland nutzen, wenn in Peru alles reibungslos abläuft", kündigte Fifa-Präsident Joseph Blatter an. Dabei soll der vom Sportartikelhersteller adidas sowie der Firma Cairos AG und dem deutschen Fraunhofer-Institut entwickelte "Smartball" nicht nur Aufschluss über strittige Torszenen geben, sondern auch im Bereich der Seitenlinien verwendet werden.

Technik erinnert an Lichtschranke

Die Technik ähnelt dabei der einer Lichtschranke. Der mit dem Mikrochip ausgestattete Ball sendet bei Überquerung der Tor- oder Seitenlinie Signale an die um das Spielfeld postierten zwölf Antennen. Nicht mal eine Sekunde dauert es, bis der Schiedsrichter über eine Art Armbanduhr am Handgelenk informiert wird. Dabei werden von dem Chip und den Antennen bis zu 2000 Signale pro Sekunde verarbeitet.

Damit Computer-Hacker die Ergebnisse nicht beeinflussen können, sind alle versendeten Informationen des Chips doppelt und dreifach verschlüsselt. Ein Punkt, welcher nach dem Schiedsrichter-Skandal in Deutschland in den Mittelpunkt rückte. Auch Radios und Handys sollen die Technik nicht beeinflussen können, betonte Fifa-Generalsekretär Urs Linsi.

Entscheidung bleibt bei den Unparteiischen

Die Entscheidungsmacht liege aber weiterhin bei den Unparteiischen, stellte Blatter klar: "Der Schiedsrichter ist der Chef auf dem Platz. Daran ändert sich nichts. Der Smartball soll lediglich eine Hilfe sein." Der Referee müsse dabei die Technik nur zur Hilfe nehmen, wenn er sich nicht sicher sei.

© SID

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