Christian Karembeu: „Frankreich braucht einen Weltklub“

Christian Karembeu
„Frankreich braucht einen Weltklub“

Seit Paris St. Germain einem arabischen Kronprinz gehört, werden Millionen für neue Spieler ausgegeben. Das sorgt für Kritik, doch Ex-Nationalspieler und Weltmeister Christian Karembeu verteidigt die Einkaufspolitik.

Handelsblatt: Monsieur Karembeu, der FC Paris St. Germain hat mehr als 100 Millionen Euro in neue Stars investiert. Der Kaufrausch sorgte nicht nur in Frankreich für geteilte Meinungen. Wie sehen Sie die Entwicklung bei PSG?

Christian Karembeu: Ich denke, dass Investments dieser Art im französischen Fußball nichts Neues sind. Denken Sie an Olympique Marseille und Bernard Tapie (1986 bis 1994, u. a. Champions-League-Sieger 1993, d. Red.). Das war genau das Gleiche. Ich kann die Zweifel und die Kritik verstehen, aber die Investitionen aus Katar werden Paris helfen, den Fußball weiterzuentwickeln. Das Engagement wird Paris als Sportstadt generell helfen. Das Katar-Investment ist eine große Chance für den französischen Fußball, um einen großen Klub zu entwickeln.

Glauben Sie, dass die PSG-Eigentümer aus Katar, wie mehrfach zu lesen war, eine „französische Revolution“ in Sachen Fußball ausgelöst haben?

Ja, das kann man sagen. Natürlich ist viel Geld im Spiel. Aber nochmal: Wenn man darüber nachdenkt, dann sieht man auch, was Paris St. Germain tatsächlich bewirken kann. Sie können für einen massiven Fortschritt im französischen Fußball sorgen. Schauen Sie: Die Medien berichten sehr viel über PSG und Superstar Zlatan Ibrahimovic, das ist doch großartig. In Katar wird sehr viel in die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 investiert und die PSG-Eigentümer hätten sich auch beim FC Barcelona oder beim FC Arsenal einbringen können. Aber sie haben sich für Paris entschieden.

Wie sehr hat PSG den Charakter der französischen Liga verändert?

Karembeu (lacht): Für die anderen Erstligaklubs ist es beinahe so, als würden sie nun jede Woche gegen Real Madrid spielen. In Paris finden sich viele große Namen, die man aus Spanien oder Italien kennt. Aber jetzt spielen diese Stars in Frankreich und jeder Klub fühlt sich wie bei einem Champions-League-Spiel, wenn es gegen PSG geht.

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