Christian Nerlinger
Der neue halbe Uli Hoeneß des FC Bayern

Heute spielt die Chefetage beim FC Bayern Stühlerücken: Beckenbauer scheidet, ihm folgt Hoeneß als Präsident, und in dessen Fußstapfen tritt Christian Nerlinger. Allerdings nur zum Teil: Denn der erst 36-jährige Ex-Profi ist ausschließlich für den sportlichen Teil der Hoeneß-aufgaben vorgesehen. Und das ist offensichtlich Last genug. Nerlinger spürt das schon jetzt.
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Das hat Tradition beim FC Bayern München: Besonders verdiente Spieler krönen ihre Karriere mit einem Wechsel in die Funktionärsriege des Klubs. So war es bei Präsident Beckenbauer, Vorstandschef Rummenigge und Manager Hoeneß. Doch die sportlichen Meriten von Ex-Bayern-Profi Nerlinger sind gemessen an den Erfolgen der bayerischen Welt- und Europameister überschaubar: Sechs Länderspiele, zwei Deutsche Meisterschaften, ein Uefa-Cup-Titel. Kann so ein Bayern-Leichtgewicht überhaupt eine führende Rolle beim Deutschen Rekordmeister einnehmen? Das haben sie sich bei den Bayern wohl auch gefragt. Und so wird aus Nerlinger, der seit dem Juli 2008 als Teammanager im Verein arbeitet und offiziell schon seit Juli 2009 Sportdirektor ist, auch nur ein halber Hoeneß.

Nerlinger als neuer Manager übernimmt nur die eine Hälfte, nämlich den sportlichen Teil von Hoeneß? Aufgaben. Nerlinger ist für die Lizenzspieler-, die Jugend- und die Scoutingabteilung verantwortlich. Für den Job bei den Bayern hat er sein Betriebswirtschaftsstudium an der privaten Munich Business School unterbrochen. "Wenn Bayern München anruft, zögert man nicht", sagt er. Seine größte Herausforderung dürfte die mit seinen Aufgaben verbundene verbundene Medienarbeit darstellen. Der ehemalige Mittelfeldspieler drängte sich schon als Aktiver nicht gerade vor die Kameras. Für die Finanzen und das Marketing planen die Bayern indes mit einem anderen Fachmann - die Bayern-Größe Oliver Kahn ist im Gespräch.

Gut so, denn sportliches Personal für den FC Bayern zu rekrutieren, ist offensichtlich Last genug. Nerlinger, der diese Aufgabe schon seit Mai dieses Jahres mitverantwortlich ausfüllt, spürt das schon jetzt. "Die Mannschaft muss vom ersten Spieltag an funktionieren", hatte er kurz vor Saisonbeginn erkannt. Doch Bayern ist derzeit nur Tabellenachter der Fußball-Bundesliga und wackelt in der Champions League. Der neue Trainer Louis van Gaal muss ob der Erfolglosigkeit täglich um seinen Arbeitsplatz bangen. Und so könnte auf Nerlinger schon bald eine weitere Aufgabe zukommen: die Trainersuche.

Dabei wurde er als Teammanager selbst von einem Trainer entdeckt. Nerlinger kehrte auf Geheiß des damaligen Coachs Jürgen Klinsmann zu den Bayern zurück. Im Jahr 2005 hatte er seine aktive Karriere beim 1. FC Kaiserslautern wegen vieler Verletzungen beendet. Teammanger, so eine Stelle war in Deutschland in der Bundesliga bis dahin unbekannt: eine Art Mittler zwischen Mannschaft und Vorstand. Offensichtlich hat Nerlinger sich bewährt, sonst hätte ihn Hoeneß nicht befördert. Jedenfalls handelte Nerlinger in dessen Sinn, als er nur wenige Monate nach Amtsantritt gemeinsam mit Hoeneß einen spektakulären Beschluss fällte: die Entlassung seines Jobvermittlers Jürgen Klinsmann. Womit bewiesen wäre: Für weitreichende Entscheidungen braucht es bei den Bayern keine Welt- oder Europameistertitel.

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  • servus
    also i muass zum sockenhalter vom hoeness dem nerlinger wos sogn.
    setdem der hoeness als präse a nimmer von den medien gfragt wird ,muas er mit gwoit sein senf in den zeitungen preis gebn, wos meistens scheisse is.jetza kimmt ano der sockenhoiter von nerlinger daher und moant er ko si a traun wos zum sogn. dabei werd doch des erst ois obsegnet vom hoeness wos er sogn soi.nerlinger is doch eh nur des sprachrohr vom hoeness.der hoeness soi sene würst verkaffa und sonst sei mei hoittn.der nerlinger soi erstmoi wos eigenes bringa und net des nache plappern wos eahm de andern vorsogn.
    des wars.

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