Fußball
CL startet mit bewährtem Muster in Jubiläums-Runde

Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren fing alles ganz klein an: 16 nationale Fußball-Meister spielten am 15. September 1955 erstmals um den Europapokal der Landesmeister.

dpa HAMBURG. Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren fing alles ganz klein an: 16 nationale Fußball-Meister spielten am 15. September 1955 erstmals um den Europapokal der Landesmeister.

Der deutsche Meister Rot-Weiß Essen flog gegen Hibernian Edinburgh gleich in der ersten Runde ebenso raus wie der 1. FC Saarbrücken, der das damals noch unabhängige Saarland gegen den AC Mailand vertrat. Im Finale von Paris triumphierte das große Real Madrid um Alfredo Di Stefano durch einen 4:3-Erfolg über Frankreichs Stolz Stade Reims.

50 Jahre später lockt wieder Paris als Endspielort um die bedeutendste Trophäe im Vereinsfußball. Gegenüber der Premiere hat sich die Fußball-Welt grundlegend verändert, gegenüber dem Vorjahr aber ist in der Champions League alles beim Alten geblieben: Das Format mit 32 Teams, die in 125 Spielen ihren Sieger ermitteln; das Preisgeld mit 413 Mill. Euro, wobei jeder Endrunden-Teilnehmer schon jetzt 3,5 Mill. Euro sicher hat.

Auch die Favoriten sind die alten Bekannten. „Die üblichen Verdächtigen sind auch in diesem Jahr ganz vorn zu erwarten“, sagt Rudi Völler und nennt neben dem FC Chelsea, AC Mailand, Real Madrid und Arsenal London in erster Linie Juventus Turin: „Das ist für mich der große Favorit. Mit Patrick Vieira und Emerson hat es ein unglaubliches Tandem im Mittelfeld, das Weltklasse verkörpert.“ Ottmar Hitzfeld, der wie im Vorjahr als „Premiere“-Experte die Saison begleitet, ergänzt den Kreis um den FC Barcelona - und um seinen Ex- Club. „Ich denke, das Finale ist drin für die Bayern.“

Auch sein Nachfolger Felix Magath legt nach dem Viertelfinal-K.o. in der Vorsaison gegen den FC Chelsea die Messlatte diesmal ganz hoch. „Wir haben das Zeug, die Champions League zu gewinnen“, sagt der Coach des deutschen Rekordmeisters. Nach dem makellosen Bundesliga-Start mit vier Siegen ist gegen Auftaktgegner Rapid Wien, Belgiens Meister FC Brügge und Italiens Rekord-Champion Juventus Turin der Achtelfinal-Einzug programmiert. Dabei erwartet Magath durch den Umzug in den neuen Fußball-Tempel Allianz-Arena einen zusätzlichen Schub: „Gerade in der Champions League wird dieses Stadion unser Trumpf sein.“

Während für die Bayern das Überstehen der Gruppenphase Pflicht ist, haben sich Vizemeister FC Schalke 04 und Werder Bremen das Erreichen der K.o.-Runde zum Ziel genommen. Beim Vize-Meister Schalke, erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in der Königsklasse vertreten, ist der Respekt vor Auftaktgegner PSV Eindhoven, Vorjahres-Finalist AC Mailand und Fenerbahce Istanbul mit seinem deutschen Trainer Christoph Daum groß.

Noch frisch in Erinnerung ist das Vorrunden-Aus bei der Premieren-Teilnahme vor vier Jahren. „Wir werden nur mit Top-Leistungen die Gruppe überstehen können. Durchschnitt reicht nicht“, prophezeit deshalb Trainer Ralf Rangnick. Gleiches gilt für Werder Bremen, das sich erst gegen das von Ronaldinho angeführte Starensemble von FC Barcelona und dann gegen Udinese Calcio und Panathinaikos Athen behaupten muss. „Als Neuling in der Königsklasse wurden wir in der vergangenen Saison nicht so ernst genommen. Jetzt haben uns alle auf der Rechnung“, weiß Manager Klaus Allofs.

In die Rolle der Debütanten schlüpfen diesmal andere: Werder- Kontrahent Udinese Calcio ist ebenso erstmals dabei wie die spanischen Vertreter FC Villareal und Betis Sevilla, der slowakische Meister FC Artmedia Bratislava und der FC Thun. Der war zwar noch nie Schweizer Meister, darf aber trotzdem auf der Bühne der europäischen Größen mitspielen.

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