Clinton-Stiftung
So tief stecken die USA im Fifa-Skandal

Die Ermittlungen gegen Fifa-Funktionäre heizen die Debatte um dubiose Gönner an: Nach der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar sollen von der Fifa und dem Emirat Gelder in die USA geflossen sein. Als Trostpflaster?
  • 1

San FranciscoAls die USA völlig überraschend gegen den winzigen Wüstenstaat Katar bei der Vergabe der Weltmeisterschaft durch die Fifa (Fédération Internationale de Football Association) unterlag, soll der damalige Ehrenpräsident der US-Fußballkommission so wütend gewesen sein, dass er in seiner Hotelsuite einen Spiegel zertrümmerte. Sein Name: Bill Clinton.

Der Ärger war sicher schnell vergessen. Denn die Fifa wie auch das Siegerland Katar arbeiten mit der Familienstiftung der Clintons zusammen, um den Fußball und gemeinnützige Projekte weltweit zu fördern – dafür gibt es natürlich Geld.

Die Stiftung mit dem Namen „Bill, Hillary und Chelsea Clinton Foundation“ weist Spenden nur in einer Spannweite aus und nennt auch nicht das Datum, an denen Gelder eingegangen sind. Doch die Regierung in Katar, die aufgrund von Vorwürfen wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter beim Stadionbau unter massivem Druck steht, hat zwischen einer und fünf Millionen Dollar gespendet.

Das nach der Entscheidung der Fifa in Katar gegründete Komitee zur Durchführung der WM stiftete 2014 nach Informationen der amerikanischen Nachrichtenseite „The Daily Beast“ zwischen 250.000 und 500.000 Dollar. Der Fußballverband Fifa selbst habe bis zu 100.000 Dollar beigetragen und sei mehrmals in Projekte involviert gewesen.

Die Spenden an die Clinton-Stiftung und die aktuellen Korruptionsermittlungen des US-Justizministeriums stehen in keinem Zusammenhang. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack, ohne eigenes Zutun rutscht die Stiftung wieder einmal ungewollt ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Schon seit Monaten wird der global agierenden Organisation vorgeworfen, sie nehme leichtfertig und ohne Bedenken Gelder von Staaten an, die nachgewiesenermaßen Menschenrechte mit Füßen treten. Katar war stets auf der Liste der politisch ungeliebten Spender. Nun kommen Geldgeber hinzu, die in Betrug, Erpressung und Schmiergeldzahlungen verwickelt sein sollen.

Kommentare zu " Clinton-Stiftung: So tief stecken die USA im Fifa-Skandal"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Delaware läßt grüßen.
    Hop Schwyz, arme Irre

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%