Club zieht Konsequenzen
Pinola nach Spuckattacke am Pranger

Eine saftige Geldstrafe hat er schon bekommen. Jetzt droht Javier Pinola wegen seiner Spuckattacke auf Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger eine lange Sperre - und bei seinem Verein ist der Argentinier in Ungnade gefallen.

dpa NÜRNBERG. "Pinos Aktion wirft ein negatives Image auf den 1. FC Nürnberg", kritisierte "Club"-Finanzvorstand Ralf Woy Pinolas Fehlverhalten und stellte den Übeltäter in der Nürnberger "Abendzeitung" an den Pranger: "Wie tief muss man fallen? Grobes Foulspiel ist schon schlimm genug. Aber spucken, das ist menschenverachtend!"

Der FCN hat bereits Konsequenzen gezogen. "Intern ist er schon sanktioniert worden", sagte Sportvorstand Martin Bader am Montagabend im Bayerischen Fernsehen und meinte damit eine hohe Geldbuße: "Wir haben mit Pinola gesprochen, ihm die Bilder gezeigt. Er ist selbst erschrocken, als er das gesehen hat, hat Basti angerufen und sich entschuldigt."

Ungeachtet von Pinolas Entschuldigung via Mobiltelefon hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Ermittlungen gegen den Nürnberger Linksverteidiger aufgenommen. Pinola stehe anhand von TV-Bildern unter dringendem Verdacht, sich mit seiner Spuckattacke eines "krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit" schuldig gemacht zu haben.

Die Nürnberger ihrerseits erheben schwere Vorwürfe gegen Schweinsteiger. Bei der 0:3-Derbyniederlage in München soll der Bayern-Profi Pinola in der 43. Minute einen Ellbogenschlag ins Gesicht verpasst haben. "Spucken geht gar nicht. Aber was Schweinsteiger abzieht, genauso wenig", wetterte FCN-Kapitän Andreas Wolf in der "Bild"-Zeitung, "er erzählt was von Vorbildern und Kindern. Und erwähnt mit keinem Wort, was das Ganze ausgelöst hat."

Beim DFB ist Pinola längst kein Unbekannter. So hatte der DFB-Kontrollausschuss den Heißsporn vor fast genau zwei Jahren wegen eines Ellbogenschlags gegen Oualid Mokhtari vom FSV Frankfurt im Visier. Das Verfahren wurde eingestellt, weil die TV-Bilder eine Tätlichkeit nicht eindeutig erkennen ließen. Auch in dieser Saison war der Südamerikaner bereits ins Zwielicht geraten, als er am 22. September im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:1) unbemerkt vom Schiedsrichter den Ex-Nürnberger Cacau in den Bauch gestoßen hatte. Der DFB verzichtete allerdings auf eine Untersuchung.

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