Coach trainiert das jüngste Nationalteam in der argentinischen Geschichte
Argentinien spielt sich in die Favoritenrolle

Nach dem Sieg in der WM-Qualifikation gegen Brasilien will Nationaltrainer José Néstor Pekerman auch die „Mini-WM“ in Deutschland gewinnen.

HB BERLIN. Heiß ist es an diesem Tag auf dem Flughafen Ezeiza am Stadtrand von Buenos Aires. Mit Schweiß auf der Stirn steht José Néstor Pekerman vor 20 argentinischen Junioren-Nationalspielern. Er zerrt ein Trikot der Hellblauen aus seiner Sporttasche und betört die Spieler mit Sätzen wie: "Wir werden unsere Leben dafür geben." Das war im Dezember 1995, Pekerman war erst seit einigen Wochen Trainer der U20-Auswahl. Fast zehn Jahre später sagt er Sätze wie: "Das ist einer der glücklichsten Tage meiner Karriere." Gerade erst hat seine Mannschaft Brasilien mit 3:1 abgefertigt und sich damit für die Weltmeisterschaft in Deutschland qualifiziert. José Pekerman ist heute Trainer der argentinischen A-Nationalmannschaft.

Sein Team verzückte die 55. 000 Zuschauer im Monumental-Stadion von Buenos Aires mit Traum-Fußball. "Wenn man so gut spielt, hat man es verdient, dass Deutschland einem die Tore zur WM weit öffnet", schrieb die Zeitung "La Nacion". Und Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira erklärte Argentinien zur "derzeit besten Mannschaft im Weltfußball".

Für Pekerman ist der Erfolg auch ein Stück Genugtuung. Als er im September 2004 das Amt übernahm, erntete er Hohn und Spott, weil er noch nie eine Erwachsenenmannschaft trainiert hatte. Maradona beschimpfte ihn als "Knabentrainer" und die Presse fragte: "Was ist Pekerman?"

Nun, Pekerman ist 55 Jahre alt und kommt aus Ibicuy, einem Ort in der Provinz Entre Rios, die östlich von Buenos Aires liegt. Er sagt, dass sich seine Mannschaft noch immer in einem Übergang befinde. Und das die Zeit dafür bis 2006 sehr knapp sei. Pekermans Auffassung von erfolgreichem Fußball ist eine Synthese der zwei verschiedenen Strategien, mit denen Argentinien Weltmeister wurde. Er lässt schön spielen wie César Luis Menotti 1978, er vergisst aber das Ergebnis nicht, egal wie es erspielt wurde, wie Carlos Bilardo 1986. "Ich verehre Menotti für seinen Mut", sagt Pekermann. "Ich bin aber Realist genug, das Resultat nicht aus den Augen zu verlieren."

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