Commerzbank-Arena Frankfurt
Kicken unter dem größten Cabrio-Dach der Welt

Beim Endspiel des Confed-Cups im letzten Sommer zwischen Argentinien und Brasilien, war das Dach der Commerzbank-Arena in Frankfurt an eine Stelle undicht. Das soll bei der Weltmeisterschaft nicht mehr passieren.

HB FRANKFURT. Der Albtraum eines Cabrio-Fahrers ist ein undichtes Dach. Das ist beim "größten Cabrio der Welt" nicht anders. So nämlich nennen die Verantwortlichen wegen des insgesamt 9 000 Quadratmeter großen, weltweit einmaligen Cabrio-Dachs die neu gebaute Commerbank-Arena in Frankfurt. Doch das technische Paradestück geriet mehrmals in die Schlagzeilen.

Beim ersten Mal, dem Endspiel des Confed-Cups im letzten Sommer zwischen Argentinien und Brasilien, war es an eine Stelle undicht. Da an diesem Abend der größte Wolkenbruch der letzten 30 Jahre über Frankfurt niederging, ergoss sich aus einem rund 30 Zentimeter großen Spalt auf Höhe der Eckfahne ein riesiger Schwall auf den Rasen. Ein Vierteljahr später, als es beim Bundesliga-Spiel gegen Schalke ebenfalls heftig regnete, klemmte das Dach beim Ausfahren, so dass sich riesige Wassermassen aus den Überlaufventilen auf den Rasen ergossen.

"Das wird aber heute nicht mehr passieren", sagt Winfried Nass, für Frankfurt zuständiger Direktor des FIFA World Cup Organisationskomitees. Das versprechen auch die Verantwortlichen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (GMP) und von der ausführenden Baufirma Max Bögl. "Zum Confed-Cup war das Dach bautechnisch noch gar nicht fertig abgenommen und war folglich auch nicht zur Bedienung freigegeben", sagt Hubert Nienhoff, Partner bei Deutschlands größtem Architektenbüro GMP. Weil aber die FIFA trotz des angekündigten Unwetters darauf drängte, das Spiel auszutragen, wurde das Dach geschlossen. Das Problem: Einer der Motoren, die das Dach aus dem 30 Tonnen schweren Videowürfel in der Stadionmitte nach außen ziehen, war noch nicht synchronisiert, so dass nach einer Seite die Spannung geringer war und die Notentwässerung einsetzte.

Und während wenige Kilometer Luftlinie entfernt an Europas drittgrößtem Flughafen die Flüge ausfielen und die Feuerwehr Hunderte von Kellern leer pumpte, wurde in der Arena vor 50 000 Zuschauern Fußball gespielt. "Ohne das Dach wäre damals das Endspiel abgesagt worden", ist Istvan Tyukodi, verantwortlicher Projektmanager bei der Neumarkter Baufirma Max Bögl, sicher.

Dass ihn "Bild" im Herbst nach der zweiten Panne in Großformat mit der Überschrift "Der Dachdepp" abbildete, darüber kann der 45-Jährige gebürtige Ungar mit deutschem Pass heute schon wieder lachen. Damals hatten die Verantwortlichen ebenfalls einen Kardinalfehler gemacht: Sie öffneten das Dach, obwohl es bereits heftig regnete. In den knapp 20 Minuten, die es gewöhnlich dauert, bis es aufgezogen ist, hatte sich dort bereits soviel Wasser gesammelt, dass die Hydraulik versagte. "Ein Zentimeter Wasser auf dem Dach bedeutet ein Gewicht von 90 Tonnen", erläutert Tyukodi.

Wie auch andere Arenen, dient das einer Tochter der Stadt Frankfurt gehörende Stadion, nicht allein Bundesligist Eintracht Frankfurt als Spielstätte. Es soll auch für Konzertveranstaltungen genutzt werden. Zum Beispiel für die Rolling Stones. Wenn die älteren Herrschaften knapp eine Woche nach der WM in der Commerzbank-Arena auftreten, sollen ihnen nasse Füße erspart bleiben. Zur WM wird das Stadion 44 000 Zuschauern Platz bieten. Zu Spielen der Eintracht fasst es sogar 52 300 Zuschauer. scc

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