Confed-Cup-Gegner Mexiko
Korruption und Renditegier lähmen den Fußball

Viele Talente, aber wenig große Fußballer: Wer als junger Spieler im mexikanischen Fußball nach oben will, muss dafür zahlen. Zudem behindert das Renditedenken der Klubeigentümer die Entwicklung der Nachwuchs-Kicker.
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Mexiko-StadtBeim Confed-Cup in Russland glänzt bei der deutschen Nationalmannschaft derzeit ein Spieler, der schon mal gegen Mexiko ein Halbfinale bei einem wichtigen Turnier bestritten hat. Emre Can vom FC Liverpool spielte 2011 die U-17-WM in Mexiko und scheiterte seinerzeit am Gastgeber und späteren Weltmeister.

Am Donnerstag in der Vorschlussrunde trifft Can auf keinen seiner damaligen Gegner. Die mexikanischen Nachwuchsstars und Weltmeister von einst, Julio Gómez, Carlos Espericueta oder Carlos Fierro, kicken mit ihren 22 Jahren in der zweiten mexikanischen Liga oder spielen in Erstligateams eine Randrolle.

Ins Ausland hat es keiner der damaligen Weltmeister geschafft. In Mexikos Confed-Auswahl ist der künftige Stürmer vom PSV Eindhoven, Hirving Lozano, mit 21 Jahren der jüngste Spieler und gilt als das größte Talent des Landes. Danach ist erst mal große Leere. Die mexikanische Auswahl dominieren Spieler im Alter von 28 bis 38 Jahren.

Diese Kicker verdienen ihr Geld zumeist in der Bundesliga, in Spanien, Holland und Portugal. Das Durchschnittsalter der Mexikaner ist daher vergleichsweise hoch. Es beträgt 28,7 Jahre, fast schon eine Alt-Herren-Auswahl im Vergleich zur deutschen Elf, die es auf 24,4 Jahre bringt.

Junge Spieler und Talente haben es schwer, in Mexikos Fußball hoch zu kommen. Es ist zum einen das leidige Thema Korruption, das auch den Lieblingssport der Mexikaner trifft. Viele Hochbegabte werden in den Vereinen nur dann gefördert, wenn ihr Aufstieg auch mit regelmäßigen Zahlungen der Eltern oder Angehörigen an Klubs oder Trainer begleitet wird.

Das Hauptproblem der Nachwuchsförderung liegt aber in der Struktur des Sports: Mexiko und Fußball – das ist in erster Linie eine geölte Geldmaschine. Die Klubstruktur gleicht dem US-Sport und nicht europäischen Vorbildern. Fast alle 18 mexikanischen Erstligateams gehören Großunternehmen oder Milliardären und sollen vor allem Rendite abwerfen.

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Medien- und Bierkonzerne dominieren die Liga

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