Fußball
Confederations Cup für Beckenbauer "durchweg gut"

Franz Beckenbauer hat ein positives Zwischenfazit zum bisherigen Verlaufs des Confederations Cup gezogen. "Ich habe neun von zwölf Spielen gesehen, und sie waren durchweg gut", erklärte Beckenbauer in Frankfurt/Main.

Eine durchweg positive Bilanz des bisherigen Verlaufs des Konföderationen-Pokals hat Franz Beckenbauer gezogen. "Der Cup war bisher ein kleines Pflänzchen, das man am liebsten ausgerissen hätte. Aber inzwischen ist der "Confed-Cup" bedeutend geworden. Keine der teilnehmenden Nationen will sich mehr lächerlich machen. Ich habe neun von zwölf Spielen gesehen, und sie waren durchweg gut", resümierte der Chef des WM-Organisationskomitees am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main. Mittlerweile traut Beckenbauer dem deutschen Team sogar zu, das Turnier erstmals zu gewinnen.

"Lob und Zuspruch von allen Seiten"

Die Organisation ist "bis auf ein paar Kleinigkeiten" laut der deutschen Fußball-Galionsfigur ebenfalls eine Erfolgsstory: "Wir bekommen Lob und Zuspruch von allen Seiten. Die Resonanz bei meinen Besuchen in den Mannschaftsquartieren war gut bis sehr gut. Die Organisation hat Großartiges geleistet."

Der "Kaiser" machte die gewachsene Bedeutung des Turniers an Zahlen fest: TV-Übertragungen in über 170 Länder, mehr als 550 000 Zuschauer, über 3 000 akkreditierte Journalisten. Der für die Medien zuständige OK-"Vize" Wolfgang Niersbach ergänzte: "Das Interesse hat sich gegenüber dem letzten Konföderationen-Pokal in Frankreich vervierfacht."

Neue Abseitsregel "vernünftig"

Außerdem begrüßte Beckenbauer die neue Auslegung der Abseitsregel: "Früher hat jeder Kontinent, jedes Land das ausgelegt, wie es wollte, von passivem und aktivem Abseits gesprochen. Jetzt gibt es eine einfache Formel, die für mich verständlich und vernünftig ist." Erstmals wird bei einem im Abseits stehenden Spieler erst dann Abseits gepfiffen, wenn er den Ball tatsächlich berührt.

Der Bayern-Präsident kritisierte allerdings, die Neuauslegung der Abseits-Regel sei "zu kurzfristig" eingeführt und nicht hinreichend publik gemacht worden. "Das ist ein reiner Gewöhnungseffekt. Bis zur Weltmeisterschaft 2006 hat das jeder kapiert."

Obwohl die positiven Aspekte überwiegen, gab es allerdings auch Problemfelder. Beim Spiel Japan-Brasilien (2:2) am Mittwoch in Köln lief zum dritten Mal während des "Confed-Cups" ein Zuschauer aufs Spielfeld. Neue Sicherheitsfragen werden im Hinblick auf die WM 2006 aufgeworfen.

"Zäune widersprechen unserer Philosophie"

"Wir wollen keine Zäune. Das widerspricht unserer Philosophie. Wir wollen auch keinen Kordon von Sicherheitskräften im Innenraum. Aber wir müssen die Lage analysieren. Bislang haben wir alle acht bis zehn Meter einen Sicherheitsmann stehen. Wer den Vorsatz hat, in den Innenraum zu gelangen, lässt sich schon etwas einfallen, um die Aufmerksamkeit abzulenken", sagte OK-Vize-Präsident Horst R. Schmidt.

Unterdessen stößt das "Festival der Meister" auch im finanziellen Bereich in neue Dimensionen vor. Die "Mini-WM" kostet insgesamt 25 Mill. Euro. Die WM-Endrunde verursacht im kommenden Jahr (9. Juni bis 9. Juli 2006) Kosten von 430 Mill. Euro. Das gab der für Finanzen zuständige OK-Vizepräsident Theo Zwanziger bekannt. Zwanziger: "Diese Kosten können wir durch den Karten-Verkauf und die Hospitality-Einnahmen nicht ausgleichen. Es ist mit der Fifa vereinbart, dass sie das Defizit trägt."

Im Merchandising-Bereich sind bislang deutsche und brasilianische Trikots der große Renner. Niersbach: "Auch die Sponsoren und Förderer sind außerordentlich zufrieden." Die Chip-Technologie, die in Frankfurt ausprobiert wird, hakt manchmal noch. Schmidt: "Es ist gut, dass wir die jetzt in den WM-Städten ein Jahr testen können." Eine Lehre aus dem Konföderationen-Pokal ist auch: "Wir dürfen die Karten nicht zu spät ausliefern." Bei Beschilderung und Verkehrsführung liegt noch manches im Argen. In Nürnberg sollen schon zum Halbfinale Deutschland-Brasilien Verbesserungen greifen.

Zwanziger lobt die freiwilligen Helfer

Zwanziger nutzte zudem die Gelegenheit, das hohe Lied auf die 2075 Freiwilligen zu singen, die 25 000 unentgeltliche Arbeitsstunden im Einsatz sind, was bei einem Stundensatz von 20 Euro einer geldwerten Leistung von 500 000 Euro entspricht. Zwanziger: "Ich hoffe sehr, dass viele dieser Menschen im Alter zwischen 18 und 72 Jahren Gefallen an der ehrenamtlichen Arbeit finden und sich auch nach dem Konföderationen-Pokal oder der WM ehrenamtlich im Sport engagieren."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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