„Da fehlt uns jedes Verständnis“
DFB unterstützt Podolski-Klage

Im Konflikt mit der Sendergemeinschaft ARD bekommt Nationalspieler Lukas Podolski Rückendeckung vom deutschen Fußballbund. Der DFB ließ verlauten er habe "kein Verständnis" für die vom Jugendkanal "Einslive" ausgestrahlte Satire-Sendung "Lukas' Tagebuch".

HB BERLIN. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Nationalspieler Lukas Podolski in der gerichtlichen Auseinandersetzung mit der ARD volle Unterstützung zugesagt. "Hier wird unter dem Deckmantel der Comedy jemand beleidigt. Lukas wird in eine Ecke gedrängt, in die er nicht gehört. Da fehlt uns jedes Verständnis. Deshalb unterstützen wir Lukas in seinen Bemühungen, gegen die Verunglimpfung vorzugehen", erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger am Montag im Beisein des künftigen Münchners auf der täglichen deutschen WM-Pressekonferenz in Berlin.

Am Vortag war bekannt geworden, dass sich Podolski gegen eine Satire mit dem Titel "Lukas' Tagebuch" des WDR-Hörfunksenders "EinsLive" zur Wehr setzt und in dieser Angelegenheit den Berliner Medienanwalt Christian Schertz eingeschaltet hat, der eine Unterlassungsklage eingereicht hat. Hintergrund des Ärgers ist eine vermeintliche Satire, in der Podolski seit Wochen auf die Schippe genommen wird und dabei nach Meinung seines Managements jedoch als trampeliger und blöder Fußball-Prolet dargestellt wird. "Ich verstehe Spaß, aber das geht zu weit, unter die Gürtellinie. Deshalb gehe ich dagegen vor", sagte der 21-Jährige. Bis die Angelegenheit geklärt sei, werde er der ARD auch keine Interviews mehr geben.

Der WDR hatte die Vorwürfe am Sonntag zurückgewiesen und verlauten lassen, dass die Serie trotz der Unterlassungsbeschwerde von Podolski fortgesetzt werde. Gerade bei einem jugendlich orientierten Programm wie "EinsLive" fände "die karikierende und humoristische Ansprache Prominenter aus Sport und Politik hohe positive Resonanz", antworteten die WDR-Juristen dem Anwalt des Fußballstars.

Unterdessen erklärte der Texter und Stimmenimitator Jan Rainer Böhmermann, der das so genannte Podolski-Tagebuch schreibt und spricht, der Bild-Zeitung: "Ich hatte nie die Absicht, Poldi zu beleidigen. Wenn er sich angegriffen fühlt, tut mir das aufrichtig Leid." Heribert Faßbender (WDR), WM-Teamchef des ARD-Fernsehens, sagte dem Blatt: "Über Geschmack kann man streiten. Bei mir würde diese Serie nicht laufen."

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