Das Duell der Außenseiter
Ecuador rechnet mit stürmischen "Ticos"

Vor dem Duell der Außenseiter verspricht Ecuadors Trainer einen Sieg gegen Costa Rica. Da die "Ticos" nach ihrer Auftaktniederlage gegen Deutschland unter Zugzwang stehen, rechnet Suarez mit "stürmischen Attacken".

Für Ecuador ist die erste Teilnahme an einem WM-Achtelfinale zum Greifen nah. "Wir werden diese patriotische Tat vollbringen", verspricht Trainer Luis Suarez. Gelingt seinen "Anden-Kickern" im heutigen Duell der Außenseiter gegen Costa Rica in Hamburg (15.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) der ersehnte zweite Triumph, dann wird sich die Heimat am Äquator in ein jubelndes Tollhaus verwandeln.

"Viele von uns erleben zum letzten Mal eine WM und wollen die Chance ihres Lebens unbedingt nutzen. Das Achtelfinale zu erreichen, ist unser großer Traum", sagt Ecuadors Abwehr-Recke Geovanny Espinoza. "La Sombra" (Der Schatten), wie der 29-Jährige wegen seiner kompromisslosen Spielweise am Mann in der Heimat genannt wird, sieht viel Arbeit auf sich und seine beim überraschenden 2:0-Sieg im Auftaktspiel über Polen so vorzüglichen Abwehr-Kollegen zukommen. "Costa Rica wird angreifen. Sie müssen ja unbedingt siegen. Wir müssen nur abwarten und werden sehr intelligent spielen."

Suarez erwartet "ganz anderes Spiel"

Auch Suarez stellt sich auf stürmische Attacken der "Ticos" und ein "ganz anderes Spiel" als zum Auftakt ein. Der Coach ließ im WM-Camp Bad Kissingen von seinen Männern das Kurzpass-Spiel proben und fordert zehn bis zwölf Ballkontakte bei jedem eigenen Angriff. Lange Bälle, mit denen beide Teams bei ihren ersten Vorrundenspielen operierten, werden die Fans in Hamburg nicht zu sehen bekommen. "Wir wollen die Vorherrschaft im Mittelfeld erobern. Das wird entscheidend", sagt Suarez.

Sorgen bereitet im Lager der "Tri" allenfalls die Statistik. Demnach kommt Ecuador zwar gegen Europäer sehr gut zurecht (vor dem 2:0 gegen Polen gelang 2002 bereits ein 1:0 über Kroatien), sieht aber schlecht gegen Teams aus, die eine ähnliche Spielanlage pflegen (0:2 gegen Italien und 1:2 gegen Mexiko 2002). Und bei acht Duellen mit Costa Rica gelangen auch nur zwei Siege (fünf Remis, eine Niederlage).



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Hurtado: "Wir schaffen den historischen Sieg"

"Wir sind doch nicht zur WM gekommen, um nur ein Spiel zu gewinnen. Die Menschen in der Heimat erwarten von uns den Einzug in die nächste Runde", kontert Suarez. "Wir schaffen den historischen Sieg", ergänzt Kapitän Ivan Hurtado. Das Andenvolk wird dies via TV nahezu komplett verfolgen, obwohl sich Staatspräsident Alfredo Palacio diesmal nicht zu einem arbeitsfreien Vormittag (Anstoß: 8.00 Uhr/Ortszeit) per Dekret durchringen konnte. Nach dem Polen-Spiel hatte es zahlreiche Autounfälle und zwei Tote bei den Feiern gegeben.

Der Underdog aus Costa Rica reiste bereits einen Tag vor Ecuador nach Hamburg und vergnügte sich dort am Tag vor dem Spiel bei einem Stadtbummel an der Alster. Eine Therapie gegen den Erfolgs-Druck aus der Heimat, wo erwartet wird, dass sich die "Ticos" nach der eingeplanten Niederlage gegen Deutschland von ihrer besten Seite zeigen und zum zweiten Mal nach 1990 das WM-Achtelfinale erreichen. Torwart Jose Porras fordert: "Wir müssen wieder aufstehen und Stärke zeigen. Nur mit viel Leidenschaft können wir siegen."

© SID

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