„Das gebietet der Respekt“
DFB verhandelt erst nach der WM mit Klinsmann

Erst nach der WM wird sich der Deutsche Fußball-Bund mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann über eine Vertragsverlängerung unterhalten. "Das gebietet der Respekt dem Bundestrainer gegenüber", so DFB-Boss Dr. Zwanziger.

Die Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit des DFB mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird erst nach dem Ende der WM fallen. "Das gebietet der Respekt dem Bundestrainer gegenüber. Er hat jetzt wahrlich andere Sachen im Kopf, als über diese Dinge zu sprechen. Erst wenn das Turnier für uns beendet ist, setzten wir uns an einen Tisch. Natürlich ist Jürgen Klinsmann unser erster Ansprechpartner. Er muss uns dann sagen, wie er seine Zukunft sieht", erklärte Dr. Theo Zwanziger am Mittwoch im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der Geschäftsführende DFB-Präsident versicherte aber zugleich: "Ein zweites Portugal wird es nicht geben. Wir sind mittlerweile zum Glück ganz anders aufgestellt und für alle Fälle gerüstet." Nach dem Vorrunden-Aus bei der Euro 2004 in Portugal und dem Rücktritt von Rudi Völler war der Verband in ein Chaos gestürzt, da Wunschkandidat Ottmar Hitzfeld überraschend abgesagt hatte und anschließend wochenlang diverse Kandidaten gehandelt worden waren. Am Ende war dann die Wahl auf Trainer-Nobody Klinsmann gefallen.

Zwanziger machte aber zum wiederholten Mal deutlich, dass er sich eine Vertragsverlängerung mit Klinsmann wünscht. "Man sieht doch, dass da etwas zusammenwächst. Deshalb wünsche ich mir eine Fortsetzung der Zusammenarbeit." Dass es Klinsmann dem DFB-Präsidium nicht immer einfach mache, sei zwar nicht von der Hand zu weisen, aber "für mich zählt in erster Linie der Erfolg und vor allem auch die attraktive Spielweise, mit der die Mannschaft die Fans begeistert".



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"Auf Dauer ist es keine Lösung, wenn Klinsmann in den USA lebt"

Ungeachtet der Aussagen von Zwanziger wird die Vertragssituation von Klinsmann innerhalb des DFB offensichtlich weiter kontrovers diskutiert. Präsidiumsmitglieder, die Klinsmann auch nach dem vorzeitigen und souveränen Einzug ins Achtelfinale keinen Freifahrtschein für die Zukunft austellen wollen, bezogen in der aktuellen Ausgabe von Sport-Bild erneut klar Position: vor allem die DFB-Vizepräsidenten Hans-Georg Moldenhauer, Engelbert Nelle und Rolf Hocke.

"Auf Dauer ist es keine Lösung, wenn Klinsmann in den USA lebt. Der DFB kann die jetzige Situation nicht länger akzeptieren. Der Bundestrainer muss zum Anfassen da sein, er ist einer der wichtigsten Männer beim DFB", erklärte Moldenhauer. Nelle forderte ebenfalls, "dass Klinsmann künftig in Deutschland lebt, um Woche für Woche Spiele zu sehen. Das sollte in seinem neuen Arbeitsvertrag geregelt werden." Hocke meinte zu einer möglichen Vertragsverlängerung: "Der DFB sollte nicht nach nur drei Spielen mit dem Bundestrainer bis zum Zeitpunkt X verlängern, sondern in Ruhe abwarten. Es besteht für mich überhaupt kein Grund zur Hektik. Wir haben noch gegen keinen großen Gegner gespielt."

Zwanziger stellte dazu grundsätzlich fest: "Das ist jetzt die Stunde der Spieler und Trainer und nicht die der Funktionäre. Wir erleben gerade nahezu märchenhafte Stunden des deutschen Fußballs, deshalb sind solche Diskussionen derzeit total überflüssig."

© SID

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