„Das ist mein Spiel, seit Jahren“
Furchtloses Ecuador fordert kriselnde Engländer

Die Stimmung im englischen Lager vor dem heutigen Achtelfinale gegen Ecuador ist gespannt. David Beckham legte sich mit Sven-Göran Eriksson an, der Sturm gleicht einem Torso. Ecuador will die große Chance nutzen.

Vor dem heutigen Achtelfinale gegen Ecuador (17.00 Uhr/live bei RTL und Premiere) ist die Stimmung im englischen Lager angespannter denn je. Kapitän David Beckham legte sich nach der Kritik mit Trainer Sven-Göran Eriksson an, der Sturm bereitet den "Three Lions" schlaflose Nächte. Beste Voraussetzungen also für die Südamerikaner, die Probleme des Weltmeisters von 1966 auszunutzen.

"Wir haben nur ein Ziel und wollen Weltmeister werden. Und nur wenn ich den Ball habe, kann ich dem Team helfen. Wenn ich den Ball bekomme, spiele ich ihn in 99 Prozent der Fälle so weiter, dass ein Tor daraus entstehen kann. Das ist mein Spiel, seit Jahren", sagte Beckham vor der Partie in Stuttgart.

Keine Angst vor dem Elfmeter

Obwohl ihm Eriksson sogar mit der Bank gedroht hatte, spuckt der "Spice Boy" weiter große Töne. Trotz seiner Fehlschüsse bei der EM in Portugal will er sich nicht mal vor einem möglichen Elfmeterschießen drücken. "Ich hoffe natürlich, dass wir bereits nach 90 Minuten als Sieger vom Platz gehen. Aber wenn wir doch ins Elfmeterschießen müssen, dann stehe ich bereit. Ich bin darauf vorbereitet, dass der Trainer mich als Schützen wählt", sagte Beckham, der nach der Euro 2004 von Frank Lampard als erster Elfmeterschütze der "Three Lions" abgelöst worden war.

Auch wenn Beckham bei seiner dritten WM-Teilnahme erneut sportliche Großtaten verspricht, die Verunsicherung bei den "Three Lions" ist nach den durchwachsenen Gruppenspielen gegen Paraguay (1:0), Trinidad und Tobago (2:0) und Schweden (2:2) zu spüren. Zwar sind die Fans auf der Insel noch immer fest vom Einzug ins WM-Finale am 9. Juli in Berlin überzeugt.

"Bei uns kann sich jeder steigern"

Doch die Mannschaft des nach Ende des Turniers aus dem Amt scheidenden Eriksson packt auf Grund der immensen Erwartungshaltung im Fußball-Mutterland offenbar die nackte Angst. "Wenn wir uns nicht schnell steigern, sitzen wir schon bald wieder im Flieger", sagte Abwehrchef John Terry. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass er und seine Mitspieler noch Luft nach oben hätten: "Wenn ich unser Gegner wäre, hätte ich große Angst davor, gegen uns zu spielen. Bei uns kann sich jeder Spieler noch deutlich steigern."

Eriksson bereiteten zuletzt vor allem die beiden Gegentore gegen Schweden nach Standardsituationen Bauchschmerzen. "Da müssen wir viel konzentrierter sein. Deshalb haben wir das auch die letzten Tage noch einmal intensiv trainiert", meinte der 58 Jahre alte Schwede.

Das intensive Training der vergangenen Tage hat Eriksson offenbar auch zu einem Umdenken bewegt. So wird Wayne Rooney gegen Deutschlands Vorrundengegner aller Voraussicht nach als einziger Stürmer auflaufen. Als hängende Spitze soll der bislang zwei Mal erfolgreiche Steven Gerrard agieren. Damit bliebe dem 2,04m großen Peter Crouch nur die Rolle des Jokers.

Hargreaves in der Startelf?

Neben Beckham, Joe Cole und Frank Lampard scheint Owen Hargreaves vom deutschen Rekordmeister Bayern München die besten Chancen auf die Rolle des Abfangjägers zu haben. Zudem plant Eriksson eine weitere Überraschung. Für Jamie Carragher soll Michael Carrick von den Tottenham Hotspurs rechter Außenverteidiger spielen.

Während bei Eriksson nun rotiert wird, setzt Ecuador vor dem Spiel im Gottlieb-Daimler-Stadion wieder auf die bewährte Formation mit den beiden Stammstürmern Agustin Delgado und Carlos Tenorio. Auch Kapitän Ivan Hurtado und der bislang überzeugende Mittelfeldspieler Segundo Castillo kehren nach ihren Pause beim Spiel gegen Deutschland (0:3) wieder zurück in die Startelf.

"Wir fürchten uns nicht"

"Wenn England weiter auf diesem Level spielt, dann haben wir gute Chancen. Wir fürchten uns nicht vor England, aber ich nehme auch die Kritik an ihrer Mannschaft nicht zu ernst", sagte Ecuadors Coach Luis Suarez, der beim Gegner vor allem Rooney schätzt: "Er hat unglaublich viel Talent und ist immer eine Gefahr. Es sind alle gefordert, ihn zu decken."

© SID

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