David Beckham
„Es wird ihnen egal sein, wie er spielt“

In Hollywood werden sie schon sehnsüchtig erwartet: David und Victoria Beckham. Am Freitag wird Beckham offiziell als Spieler seines neuen Clubs Los Angeles Galaxy vorgestellt. Sein Fußballspiel interessiert die Amerikaner allerdings weniger – sie freuen sich vor allem auf Details aus dem Privatleben des Starpärchens.

BERLIN. Der Fußball in den USA mag noch recht unterentwickelt sein, aber immerhin, es gibt schon so etwas wie Ultra-Fangruppen. „Riot Squad“ nennen sich etwa die engagiertesten Anhänger von Los Angeles Galaxy, und natürlich haben sie sich etwas Besonderes ausgedacht für die prominenten Neuankömmlinge. „Wir haben eine Saisonkarte in Victorias Namen gekauft“, sagt ein Mitglied, „und wir werden den Sitz zu einem Thron formen, weil wir ihre Hochzeitsfotos gesehen haben und wissen, dass sie solchen Kram mag.“ Man ist eben informiert: „Sie ist so dünn: sie wird sowieso nur den halben Platz brauchen.“

Heute Nachmittag werden die Beckhams an ihrem neuen Domizil in Los Angeles erwartet, morgen wird David offiziell als Spieler der Galaxy vorgestellt. Der Hype um Europas glamourösestes Pärchen, ausgelöst durch die Bekanntgabe von Beckhams Wechsel aus Madrid, erreicht dieser Tage seinen vorläufigen Höhepunkt: ihn kennzeichnet dieselbe Mischung aus Neugier, Bewunderung und Spott, welche schon aus der Alten Welt nur zu geläufig ist.

Dort hat „Posh Spice“ Victoria kürzlich einen Prozess gegen das Magazin „Star“ gewonnen – die Postille hatte behauptet, das Fernsehteam des US-Senders NBC, der am Montag zur besten Sendezeit die 60-minütige, exklusive Dokumentation „Victoria Beckham. Coming to America“ ausstrahlen wird, hätte sie als „Zicke erster Klasse“ bezeichnet und berichtet, dass sie ihren David am Telefon „wie eines ihrer Kinder“ behandele. Ob sie auch der jüngsten Willkommensgeschichte der „Los Angeles Times“ juristisch begegnen will? Das seriöse Blatt schrieb am Sonntag, David habe seiner Frau ein mit Diamanten überzogenes Sexspielzeug im Gegenwert von 1,8 Millionen Dollar geschenkt. Victoria dementiert.

Derlei Themen beherrschen die Agenda vor dem Einzug der Beckhams in eine 22-Millionen-Dollar-Villa in Beverly Hills. Sie sind ja der Grund, warum sich Hollywood für David Beckham interessiert, warum er im Jahr bis zu 50 Millionen Dollar Gehalt und über Werbeerträge verdienen soll, warum seine Partner Adidas und Motorola jetzt auf Plakaten und in TV-Spots den Beginn einer neuen Ära verkünden. Warum Sunil Gulati, Chef des US-Fußballverbandes, sagt: „Wenn es einen gibt, der dem Spiel hier einen Schub geben kann, dann er.“

In Fachkreisen wird unterdessen die Diskussion geführt, ob der Fußballer Beckham denn glücklich werden kann in einer Liga, die allenfalls zweitklassig ist. „Er wird sich zu Tode langweilen“, prophezeit ihm Bernd Schuster, neuer Trainer seines Ex-Klubs Real Madrid. Derweil Nick Webster, englischer Kommentator des US-Senders Fox Sports, orakelt: „Es spielt keine Rolle, ob er in jedem Spiel zehn Weltklasseflanken schlägt. Seine Mitspieler sind sowieso nicht gut genug, sie zu erreichen.“

Beckham selbst scheint sich auch nicht ganz sicher zu sein, was ihn im Home Depot Center erwartet. So heißt das Stadion in einem Suburb von Los Angeles, in dem Galaxy seine Heimspiele austrägt und wo er morgen präsentiert wird. „Die Leute denken wahrscheinlich, ich komme, und wir gewinnen das erste Spiel gleich 10:0. Darüber mache ich mir wirklich Sorgen.“ Momentan rangiert Galaxy auf dem vorletzten Platz der Western Division der Major Soccer League (MLS).

Seite 1:

„Es wird ihnen egal sein, wie er spielt“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%