David gegen Goliath
Der Kampf der Bundesliga-Ausrüster

Internationale Ausrüstergrößen investieren hohe Summen in der Fußball-Bundesliga und riskieren damit oft Verlustgeschäfte. Deutsche Mittelständler können da nicht mithalten. Sie versuchen, auf andere Weise zu punkten.
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DüsseldorfWenn in einigen Tagen die kurze Fußball-Sommerpause endet, steht das Wochenende für Millionen Deutsche wieder ganz im Zeichen der Bundesliga. Die Spieler kicken um Meisterschaft, Prämien und Popularitätswerte. Doch die Gewinner und Verlierer bei den Sportausrüstern stehen bereits fest. Vor der Saison feilschten sie mit den Bundesliga-Vereinen um Trikotdeals und schlossen millionenschwere Verträge ab.

Gerade durch die vielen und zum Teil auch sehr erfolgreichen deutschen Vereine in Champions League und Europa League ist das Interesse internationaler Unternehmen an der Bundesliga gestiegen. So ist nach einem Jahr Abstinenz auch der italienische Sportartikelhersteller Lotto als Ausrüster der TSG Hoffenheim wieder mit an Bord. „Deutschland ist ein globaler Schlüsselmarkt“, sagt Lotto-Chef Andrea Tomat. Gerade nach der WM erwarten die Italiener mit ihrem Engagement in der Bundesliga eine hohe Markensichtbarkeit.

Doch nicht nur Lotto will im positiven Image des Weltmeisterlandes baden: Aktuell sind acht Ausrüster in der Bundesliga aktiv – drei mehr als in der Vorsaison. Im Vorjahr ebenfalls nicht vertreten war der Sportartikelhersteller Sport-Saller.

Im fränkischen Weikersheim macht man sich allerdings keine Illusionen über die Chancen im Wettbewerb mit Nike, Adidas & Co. um Trikotdeals: In dieses „Millionenspiel“, wie es Unternehmensgründer Richard Saller nennt, „kommst du normalerweise gar nicht rein.“

Sport-Saller rüstet seit einiger Zeit den SC Paderborn aus – und findet sich nun, wie der Underdog-Aufsteiger, in der Bundesliga wieder. „Wir freuen uns, wenn wir einen Bundesligisten ausrüsten dürfen“, sagt Saller, doch betont ganz pragmatisch: „Das muss aber auch nicht sein.“

Für Adidas muss es das sehr wohl: Die Marktführerschaft im deutschen Fußball ist das traditionelle Selbstverständnis der Herzogenauracher. Doch der ohnehin momentan gebeutelte Konzern hat in dieser Saison zwei Bundesligisten weniger unter Vertrag – und muss zudem noch den Erzrivalen Nike an sich vorbeiziehen lassen. Vier Mannschaften laufen mit den charakteristischen drei Streifen an der Sportkleidung auf, sechs Klubs tragen den Nike-Swoosh.

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