De Bruyne und die Millionen-Transfers des Sommers
Die Liga mit dem außergewöhnlichen Gezerre

Mit den TV-Milliarden hat England die Bundesliga finanziell abgehängt. Ob sich das auch sportlich endlich wieder auszahlen wird, darf stark bezweifelt werden. Zu viel Geld war im Fußball noch nie ein guter Ratgeber.
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DüsseldorfDie englische Premier League ist der Krösus in Europa. In dieser Transferperiode verging kaum ein Tag, an dem kein zweistelliger Millionentransfer vermeldet wurde. Das Geld dazu stammte überwiegend aus dem milliardenschweren TV-Deal der Liga. Vor allem Manchester City tat sich in diesem Sommer hervor: Zusammen mit dem Geld von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan hatten die „Citizens“ scheinbar mehr Geld als ihnen gut tat. Während sich andere englische Klubs angesichts des durch die TV-Milliarden überhitzten Marktes erst einmal zurückhielten, nahm der Scheich-Klub die Pfund-Noten in beide Hände. Kaum ein Spieler wurde auch nur ansatzweise für seinen tatsächlichen Marktwert verpflichtet. So wurde das englische Talent Raheem Sterling für sage und schreibe 62,5 Millionen Euro aus seinem Vertrag beim FC Liverpool herausgekauft. Sein eigentlicher Marktwert beträgt 40 Millionen Euro. Dabei machte Sterling vor allem sein englischer Pass so wertvoll.

Denn: Die Citizens waren zum Einkaufen verdammt. Seit dem Jahr 2010 sind englische Klubs dazu verpflichtet, mindestens acht sogenannte Homegrown Players im Kader zu haben. Als „homegrown“ gilt ein Profi, wenn er vor seinem 21. Geburtstag mindestens drei Jahre in England oder Wales unter Vertrag stand. Zudem ist die Gesamtkadergröße auf 25 Spieler beschränkt, wovon Jugendspieler ausgenommen sind. In diesem Sommer verließen Micah Richards, Scott Sinclair, Frank Lampard und James Milner den Klub, der so vor der Verpflichtung Raheem Sterlings keinen einzigen englischen Feldspieler mehr beschäftigte.

Das selbst durchschnittliche englische Spieler heute so teuer sind, hat sich die Premier League selbst mit eingebrockt: Durch die finanziellen Vorteile können sich englische Klubs auf der ganzen Welt an ausländischen Top-Spielern bedienen, heimische Talente bekommen kaum noch Spielpraxis. Die, die den Durchbruch doch schaffen, sind umso begehrter und wertvoller. Siehe Raheem Sterling, der in seinem Profi-Leben noch keinen Titel gewonnen hat. Durch den um 70 Prozent lukrativeren neuen TV-Deal dürfte sich diese Preisspirale in Zukunft noch schneller drehen. Schließlich gilt der neue Vertrag erst ab der kommenden Saison.

Doch selbst Kellerkinder wie Stoke City oder Crystal Palace waren durch das frische Geld nun in der Lage, auf dem Transfermarkt mit Champions-League-Teilnehmern anderer Nationen zu konkurrieren – oft mit dem besseren Ende für die Engländer. Bestes Beispiel: Ex-Bayern-Profi Xherdan Shaqiri wechselte für 17 Millionen Euro zu Stoke. Bislang mit wenig Erfolg: Die „Potters“, wie der Klub genannt wird, liegen nach vier Spieltagen auf Rang 18 der Premier League.

Ob die vielen Millionen an Transferausgaben der Premier League in der Champions League den erhofften sportlichen Schub geben werden, darf dennoch stark bezweifelt werden. Viel Geld war im Fußball noch nie ein guter Ratgeber, die Kaderplanung vieler englischer Top-Klubs war oft hektisch und noch viel öfter unüberlegt. Das verdeutlicht vor allem das Beispiel Manchester United.

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  • Anstatt die Ablösesumme für De Bruyne wieder in neue Spieler zu investieren, sollte der VFL Wolfsburg mit gutem Beispiel vorangehen, und die 75 Mio. € direkt ans Herrn Schmidt vom Bundesamt für Migration (BAMF) nach Erhalt weiterüberweisen. @ VFL Wolfsburg, Solidarität mit den Kriegsflüchtlingen zeigen und die volle Summe ans BAMF überweisen, wir haben's doch.

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