Der Deutsche Clásico
Zauberlehrling verliert gegen seinen Meister

Der BVB gegen den FC Bayern München: Das weckt Erinnerungen an große Spiele. Doch trat der BVB in München als Außenseiter an und verlor 5:1. Der Rekordmeister spielt sportlich und wirtschaftlich in einer anderen Liga.

DüsseldorfWer nach München fährt und gegen den FC Bayern spielt, muss mit einer Packung rechnen. Selbst der Vizemeister der vergangenen Saison, der VfL Wolfsburg, hatte jüngst in der Allianz-Arena keine Chance, obwohl der Gast noch zur Halbzeit führte. Wenn der FCB aufdreht, hat es jede Mannschaft in Europa schwer.

Nun hat der FC Bayern München am Sonntagabend seine Vormachtstellung im deutschen Fußball dank Thomas Müller und Robert Lewandowski mit einem Rekordsieg eindrucksvoll untermauert. Die entfesselten Über-Bayern wiesen den Erzrivale beim 5:1 (2:1) in einem oft hochklassigen deutschen Clásico deutlich und verdient in die Schranken.

Sportlich hat die Borussia unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel noch nicht das Niveau erreicht, um den Bayern auf Dauer Paroli bieten zu können. Insbesondere die Abwehr ist noch zu wackelig und fängt zu viele leichte Gegentore. Der neue Ballbesitz-Fußball nach Art von Bayern-Trainer Pep Guardiola ist vom Dortmunder Team noch nicht so verinnerlicht worden, wie das inzwischen bei den Bayern der Fall ist. Selbst an schlechten Tagen gewinnen sie ihre Spiele gegen schwächere Gegner immer noch.

Dortmund spielt dagegen oft Remis – und lässt sich außerdem den Sieg in letzter Minute noch aus der Hand nehmen. Dies zeigt: Es gibt für Tuchel noch viel zu tun. Außerdem wird der Verein die Mannschaft weiter verstärken müssen, um an das überragende Niveau der Münchener heranzukommen.

Dafür ist eine Qualifikation für die Champions League Pflicht. Hier ist der BVB auf gutem Weg. Wenn dies in den nächsten Jahren regelmäßig gelingt, hat der Klub gute Chancen, sich wirtschaftlich und sportlich auf Dauer als Nummer zwei in der Bundesliga zu etablieren. Denn der Vize-Meister aus Wolfsburg kann wohl – wegen des VW-Dieselskandals – in den nächsten Jahren finanziell nicht mehr so aus dem Vollen schöpfen wie bisher.

Zu den großen Bayern werden sie aber selbst in den nächsten zehn Jahren wirtschaftlich kaum aufschließen. Zu riesig ist die Lücke, die zwischen beiden Vereinen klafft. Welche Kennzahl man auch betrachtet, ob Umsatz, Gewinn oder Festgeld: Meistens sind die Bayern mindestens doppelt so gut. Überdies ist ihr internationales Ansehen überragend.

Die Sportexperten von Forbes schätzen daher den Wert des FC Bayern München auf mehr als zwei Milliarden Euro. Der Börsenwert des BVB liegt bei knapp 400 Millionen Euro, der wahre Wert dürfte ein paar hundert Millionen Euro höher liegen.

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Watzke: „Wer deutscher Meister wird, ist Bayern München!“

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