Der Einzug ins Halbfinale hat die Selecao viel Kraft gekostet
Schlappe Brasilianer sind urlaubsreif

Nähme man die Stimmen nach dem Spiel gegen Japan ernst, so müsste man Angst haben, die Spieler des fünfmaligen Weltmeisters könnten augenblicklich vor Erschöpfung zusammenbrechen. Doch für das heißerwartete Aufeinandertreffen mit Deutschland, wollen sie noch ein Mal alle Kräfte mobilisieren.

HB KÖLN. Mit Durchhalteparolen stimmen sich die schlappen Weltmeister aus Brasilien auf den Halbfinal-Schlager beim Confederations Cup gegen Deutschland ein. "Einige meiner Spieler sind sehr müde", räumte Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira nach dem mageren 2:2 (2:1) gegen Japan im letzten Gruppenspiel der Südamerikaner am Mittwochabend in Köln ein. Dennoch kündigte er an, Ronaldinho und Co. am Samstag in Nürnberg noch einmal alles abzuverlangen: "Jetzt gibt's keine Experimente mehr. Wir wollen das Turnier gewinnen und werden die Spieler aufbieten, die physisch und mental in der besten Verfassung sind."

Durch die WM-Qualifikationsspiele gegen Paraguay und in Argentinien vor der Mini-WM sind die Brasilianer nun seit 25 Tagen ohne Unterbrechung zusammen. Vor allem die Mittelfeldstrategen Ronaldinho und Kaká, die gegen Japan so brillant begannen, können das hohe Niveau kaum noch eine Stunde lang halten. Am Donnerstag durfte sich die "Seleção" beim Stadtbummel in Köln vergnügen oder einfach nur im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach die Beine hochlegen: Parreira gab seinen Spielern frei, ehe es am Abend nach Nürnberg ging.

"Die Japaner sind sehr viel gelaufen, da hatten wir große Schwierigkeiten", sagte Ronaldinho, der erstmals die Kapitänsbinde trug. Der fünffache Weltmeister hätte bereits seine Koffer für die Heimreise packen müssen - wenn Masashi Oguro in der Nachspielzeit seine Chance zum 3:2 für den Asien-Meister genutzt hätte oder wenn das regelgerechte Tor von Akira Kaji (4.) wegen Abseits nicht aberkannt worden wäre. Japans brasilianischer Nationalcoach Zico jedenfalls konnte stolz sein auf sein Team und bekam ein dickes Lob von seinem Freund Parreira: "Ich kenne die Japaner seit den 70er Jahren. Früher haben wir sie immer leicht geschlagen, aber sie haben enorm zugelegt, vor allem körperlich. Sie haben uns heute einige Probleme bereitet."

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