Der Fußballprofi glaubt an Gott - und an die Wiederauferstehung von Borussia Dortmund
Metzfelder: Profi mit Profil

Christoph Metzelder, 1,93 m große Abwehrspieler von Borussia Dortmund, gilt nicht nur wegen seiner Abitur-Note von 1,8 als heller Kopf. Er hätte auch das äußere Rüstzeug zum Fußball-Popstar à la David Beckham. Allein, es fehlt ihm dazu das Egomanische.

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder, Mütter den Besten für ihre Töchter. Wie der beschaffen sein muss, darüber herrscht allerdings selten Einigkeit. Christoph Metzelder aber ist die Ausnahme von dieser Regel. Der „Schwiegermütter-Traum“ lässt auch die Töchter schwelgen. Denn der 1,93 m große Abwehrspieler von Borussia Dortmund gilt nicht nur wegen seiner Abitur-Note von 1,8 als heller Kopf und gibt sich auch nach fünf Profi-Jahren immer noch ungewöhnlich bescheiden für das Millionengeschäft Bundesliga.

Metzelder hätte auch das äußere Rüstzeug zum Fußball-Popstar à la David Beckham. Allein, es fehlt ihm dazu das Egomanische. Mit einem freundlichen, aber nicht anbiedernden Lächeln erscheint der Top-Spieler noch kurz vor dem Bundesligastart zum Interview.

Der junge Mann hat schon früh in seiner Karriere verstanden, „dass zum Profitum längst nicht mehr nur das Spiel mit dem Ball gehört, sondern auch die Nebenkriegsschauplätze, der Umgang mit den Medien und mit den Fans. Das muss man akzeptieren, wenn man als Profi arbeiten will“.

Und das wollte er schon immer. Es mag klingen wie ein Märchen aus Tausendundeiner rauschenden Fußball-Nacht, aber die häufig zitierte Anekdote vom Sammelbildchen mit dem Konterfei des damaligen Stuttgarter Weltklasse-Verteidigers Karl-Heinz Förster, das der kleine Christoph im Rinnstein fand, „die stimmt tatsächlich“, lacht der BVB-Profi. „Das war zur Kindergarten-Zeit. Und Förster ist bis heute mein Vorbild geblieben.“

Mittlerweile genießt „Metze“ selbst Vorbild-Status. Mit seinen gerade einmal 24 Jahren hat er schon alle Höhen und Tiefen des Fußballgeschäfts durchlebt. Mit 19 aus der Regionalliga zum BVB gekommen, schaffte er es sofort zum Stammspieler, wurde er 2002 Deutscher Meister und mit der Nationalmannschaft Vize-Weltmeister. Er galt als Prototyp des modernen, intelligenten Abwehrspielers.

Dann aber stoppte diesen Höhenflug eine degenerative Erkrankung der Achillessehne, die ihn 21 Monate außer Gefecht setzte. Damals habe er bisweilen daran gezweifelt, dass er überhaupt noch einmal für den BVB auflaufen würde, erzählt er. „Ich bin aber nie in eine anhaltende Depression verfallen, und es ist mir immer sehr schnell gelungen, neuen Mut zu fassen.“

Wohl auch dank seines Glaubens. Metzelder ist praktizierender Katholik. Einer, der mit Gottvertrauen gesegnet ist, kommt mit den täglichen Aufgeregtheiten im Fußball besser zurecht als manch anderer. „Ich spreche darüber nicht so gern, das ist eine sehr private Sache“, sagt er dazu allerdings.

Gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen und Freund Sebastian Kehl engagiert er sich für die Aktion „Roter Keil“, ein vor allem auf Osteuropa und Südostasien ausgerichtetes Netz gegen Kinderprostitution. „Vor vier Jahren hat mich der Initiator, der Dortmunder Kaplan Jochen Reidegeld, um Hilfe gebeten. Und ich bin nicht der Typ, der nach dem Training nach Hause geht, vor der Playstation hockt und nichts mehr um sich herum wahrnimmt.“ Metzelder und Kehl helfen, wo sie können. Wie mit ihren Autoren-Beiträgen für „Das zerbrechliche Paradies“, einem Buch, das ihnen eine Audienz beim unlängst verstorbenen Papst Johannes Paul II. bescherte.

„Ein unvergessliches Erlebnis“, erinnert sich der Dortmunder. „Welch ungeheure Kraft von diesem schon schwer gezeichneten Mann ausging, das war faszinierend und motivierend zugleich.“

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