Der große Traum
Vom Bolzplatz zum Fußballprofi

Fußballprofi ist für viele Kinder und Jugendliche ein Traumberuf. Tatsächlich handelt es sich wohl eher um die härteste Ausbildung, die junge Menschen meistern können. Über harte Burschen und ein knallhartes Geschäft.
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DüsseldorfEs war der Tiefpunkt des deutschen Fußballs: Am 20. Juni 2000 spielte die deutsche Nationalmannschaft in Rotterdam im letzten Spiel der EM-Vorrundengruppe gegen eine portugiesische B-Elf. Die Partie ging 0:3 verloren - die Europameisterschaft war beendet, bevor sie so richtig begonnen hatte.

Und der deutsche Fußball zur Lachnummer verkommen. Danach begann das große Aufräumen. Bei der Nachwuchsförderung blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Die Bundesliga-Vereine wurden gezwungen, massiv Geld in die Jugend zu investieren und gaben freiwillig noch viel mehr aus.

Das Ergebnis waren eine Vielzahl von großen Talenten, das Sommermärchen 2006 und weitere Großturniere mit sehr guten Ergebnissen und tollem Fußball – wenn auch noch ohne Titel. Und nun fahren Lahm, Müller, Schweinsteiger, Reus, Götze, Özil und Co als Mitfavorit nach Brasilien.

Für Millionen Fans sind sie schon Helden. Kinder rufen ihre Namen – vielleicht jahrelang, womöglich auch nur für ein paar Tage. Das und ein stattliches Gehalt ist alle Mühen wert, sagen Hunderttausende junge Menschen, die den Traum vom Fußballprofi hegen.

Dabei vergisst man gern, wie hart der Weg in die Bundesliga ist. Selbst kurz vor Schluss kann man noch scheitern: 55 Prozent der der U18-Nationalspieler schaffen den Sprung in die deutsche Eliteliga nicht. Die meisten Spieler landen in der dritten Liga und verdienen dort durchschnittlich „nur“  120.000 Euro pro Jahr – oder spielen gar nur in der Regionalliga (40.000 Euro) oder Oberliga (20.000 Euro).

Doch selbst für die, die es schaffen, gilt laut Freiburgs Trainer Christian Streich: „Fußballprofi ist kein Traumjob.“ Denn ganz oben zu sein, mag traumhaft sein, der Weg dorthin ist es nicht: Die massive körperliche Belastung, Druck, brutaler Konkurrenzkampf, absolute Disziplin auch bei der Ernährung, Zeitknappheit, wegbrechende Freundschaften und unzählige Entbehrungen erfordern mehr als nur den unbedingten Willen. 7.30 Uhr Training, 9 Uhr Schule, anschließend Hausaufgaben, 16.30 Uhr Individualtraining, 18 Uhr Mannschaftstraining – so sieht der Tagesablauf eines U19-Spielers aus.

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