Der hohen Belastung im WM-Jahr will der DFB mit Vorbeugung im großen Stil entgegen treten
Preha statt Reha

Damit sich Hiobsbotschaften wie in den Fällen Klose und Hamann gerade im nächsten Jahr nicht wiederholen, will der DFB der hohen Belastung im WM-Jahr mit Vorbeugung im großen Stil entgegen treten.

MÜNCHEN. Natürlich kam die Frage, sie kommt nämlich jedes Mal, wenn ein Spieler überraschend eine Einladung von Jürgen Klinsmann erhält und wenig später im Quartier der deutschen Nationalmannschaft eintrifft. Wo ihn der Bundestrainer denn erreicht habe, wurde also Marco Engelhardt gefragt, und er kann fürs erste behaupten, hierauf die exotischste Antwort gegeben zu haben. Am Hotelpool habe er gelegen, auf Mallorca, als der prominente Name auf dem Display seines Handys erschien, womit sein Kurzurlaub jäh beendet war.

Gestern musste auch noch Thomas Brdaric seine Sommerplanung über den Haufen werfen. Klinsmann bestellte die Nachrücker notgedrungen ein: Nach dem verhinderten Rückkehrer Dietmar Hamann fiel kurzfristig Miroslav Klose aus. Der Angreifer leidet an einer entzündeten Schleimhautfalte im rechten Knie - was nicht nur unappetitlich klingt, sondern genauso unangenehm ist: Gestern wurde Klose in Augsburg operiert, er fällt rund vier Wochen aus.

Die zwei Verletzungen noch vor Beginn des Confederations Cup werfen die leidige Frage auf, die nicht nur Bayerns Trainer Felix Magath in den letzten Monaten immer wieder anriss: Überlastet das insgesamt vierwöchige Zusatzprogramm in der Sommerpause die Spieler? Insbesondere Hamanns im Champions-League-Finale erlittener Ermüdungsbruch im Fuß scheint die Kausalitätskette zu bestätigen: je größer der Zeitraum, in dem Spieler auf hohem Niveau beansprucht werden, desto größer die Verletzungsanfälligkeit. "Die Sommerpause, sprich der Urlaub, sollte mindestens drei Wochen dauern", hatte der langjährige DFB-Arzt Professor Wilfried Kindermann schon vor zwei Jahren gesagt, als es kurz vor Beginn der Bundesliga-Saison zu einer fast schon mysteriösen Häufung von Kreuzbandrissen gekommen war.

"Natürlich wäre eine längere Pause für die Spieler gut", bestätigt Mark Verstegen, der amerikanische Fitness-Experte, der die Nationalmannschaft betreut. Die Länge der Pause sei aber nicht entscheidend. Es komme darauf an, wie die Zeit genutzt werde, was Verstegen mit einer hübschen Kfz-Analogie beschrieb: "Du kannst einen Mercedes, der ein Jahr lang viel beansprucht worden ist, danach vier Wochen in die Garage stellen - wenn du gleich die Verschleißteile erneuerst und dich um die Dinge kümmerst, die nicht mehr so rund laufen, können auch zwei Wochen ausreichen."

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