Der neue HSV-Star Juan Pablo Sorín
Der Fußballer unter den argentinischen Intellektuellen

Juan Pablo Sorín läuft heute Abend bei ZSKA Moskau erstmals für den Hamburger SV in der Champions League aufläuft. In „Juampis“ Qualitäten setzen die Hanseaten große Hoffnungen. Ein Porträt eines Fußballers, der sich immer dadurch auszeichnete, dass er mehr im Kopf hatte als nur dem runden Leder nachzujagen.

BUENOS AIRES. „Wenn Du Fußballer werden willst, gut, aber erstmal musst Du studieren.“ Das war die Bedingung von Jaime Sorín als er erkannte, dass die Fußballkarriere seines Sohnes nicht mehr zu stoppen war. Juan Pablo oder „Juampi“, wie der frühere Kapitän der argentinischen Nationalelf in seiner Heimat liebevoll genannt wird, folgte dem Wunsch des Vaters. Nach dem Abitur studierte er für ein Jahr an der Journalistenschule TEA in Buenos Aires. Gleichzeitig brillierte er bereits beim Erstligisten Argentinos Juniors.

Schon bald jedoch ließ der Fußball Juampi keine Zeit mehr für andere Dinge. 1995 gewann der 19-Jährige mit der U20 die Junioren-WM in Katar. Im selben Jahr gab Sorin sein Debüt in der A-Nationalelf. Dann rief ihn Juventus Turin nach Italien. Die Journalistenkarriere war beendet.

Juan Pablo wuchs im Stadtteil Palermo in Buenos Aires auf, ein typisches Viertel des gehobenen intellektuellen Mittelstands. Vater Jaime, ein nüchterner Mann mit kurzem grauen Haar, von Statur ebenso klein und schmal wie der Sohn, ist Professor für Architektur. In dem kahlen, mit Papier voll gestopften Büro des Architekten in einem Nebentrakt seines Hauses in Palermo hängt nur ein Foto des berühmten Sohnes: Der 19-jährige Juampi, wie er den Pokal der Jugendweltmeisterschaft hoch hält. Es war „der glücklichste Moment meiner Karriere und der wichtigste Titel meines Lebens“, sagt Sohn Juan Pablo noch heute.

Schon damals, auf dem Foto mit dem Pokal, hatte Juampi seine langen Locken. Als junger Fußballer bei Argentinos Juniors, erinnert sich Sorins ehemaliger Fitnesstrainer Gerardo Salorio, hatte er einmal die Weisung bekommen, sich die Lockenpracht abzuschneiden. „Aber er wollte nicht und wir mussten ihn schließlich von zu Hause abholen, weil er gar nicht mehr zum Spiel kommen wollte.”

Juan Pablo war fußballbegeistert, seitdem er zu seinem zweiten Geburtstag einen knallroten Fußball geschenkt bekommen hatte. Als der Sechsjährige mit dem Vater auf einer Plaza in Buenos Aires kickte, entdeckte ihn ein Talentsucher. „Meine Jugend war voller Fußball“, erinnert sich Sorin. „Beim Fußball habe ich gelernt zu teilen, in einer Gemeinschaft zu agieren.“

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