Der Tag nach der WM-Gruppen-Auslosung
Die Vorfreude ist groß

Am Tag nach der WM-Gruppen-Auslosung gibt es viel Gesprächsstoff. Angela Merkel glaubt an den vierten WM-Triumph der deutschen Elf, Lothar Matthäus fordert den Gruppensieg und Bundestrainer Jürgen Klinsmann freut sich.

Der Rauch hat sich verzogen. Die WM-Gruppen sind pannenfrei ausgelost und Deutschland hatte wieder einmal Losglück. Einen Tag nach der Gala in Leipzig gibt es viel Gesprächsstoff. Gemeinsam ist allen die Vorfreude auf die kommende Weltmeisterschaft. Ein Nachbericht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt nach den Glückslosen für Gastgeber Deutschland an den vierten WM-Triumph am 9. Juli 2006 in Berlin: "Natürlich können wir Weltmeister werden, der Heimvorteil könnte die entscheidende Rolle spielen", sagte die Regierungs-Chefin als Augenzeuge der Auslosung in der Halle 1 der Neuen Messe Leipzig, wo die "Glücksfeen" Pele, Johan Cruyff und Lothar Matthäus der Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in der Vorrunde Costa Rica (9. Juni 2006 in München/Eröffnungsspiel), Polen (14. Juni 2006 in Dortmund) und Ecuador (20. Juni 2006 in Berlin) als Gegner und damit eine machbare Gruppe beschert hatten.

Der "Kaiser" ist zufrieden

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter spricht inzwischen ganz offen davon, dass er sich vorstellen kann, den deutschen Organisatoren durchaus noch die "1" als Schulnote zu geben, nachdem er auf Grund der jüngsten negativen Vorkommnisse eine "2+" Anfang der Woche verteilt hatte. WM-OK-Präsident Franz Beckenbauer hat dies aufmerksam zur Kenntnis genommen: "Es ist alles zur Zufriedenheit verlaufen, wir sind mit Komplimenten überschüttet worden." Der 60-Jährige freute sich indes besonders für die Costa Ricaner als deutscher Gegner im Eröffnungsspiel, denn "wer hat schon einmal die Chance, vor einem Mrd.-Publikum zu spielen?". Beckenbauer ist vom Weiterkommen der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) überzeugt, auch die übrigen anwesenden Experten sahen es ähnlich.

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus forderte den Gruppensieg ein, DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder erklärte klipp und klar: "Weiterkommen ist Pflicht! Wenn wir in dieser Gruppe nicht bestehen, kann man sich sowieso alles abschminken." Ex-Nationalspieler Günter Netzer setzte noch einen oben drauf: "Es gibt keine Entschuldigung für ein eventuelles Ausscheiden in dieser Gruppe. Es sollte kein Problem sein, in dieser Gruppe zu bestehen."

Klinsmanns Wahlheimat aus der Schusslinie

Bundestrainer Jürgen Klinsmann wollte zwar nicht unbedingt in den Chor einstimmen, dass die Vorrunde ein Spaziergang für seine Truppe werden dürfte, aber gleichzeitig freute er sich, bei eventuellen Reisen nach Costa Rica oder Ecuador als Wahl-Kalifornier viel Zeit sparen zu können. Die Kritik an seinem Wohnort dürfte nach der Auslosung und auf Grund der erhaltenen Gruppengegner schnell abebben. In weiser Voraussicht hatte der Bundestrainer Costa Rica und Ecuador bereits in Augenschein genommen und sogar Video-Material anfertigen lassen.

Der 41-Jährige dürfte allerdings dem Spielplan auch entnommen haben, dass im Achtelfinale ein wirklich dicker Brocken droht. Sollte Deutschland als Erster der Gruppe A weiterkommen, wäre am 24. Juni 2006 in München der Zweitplatzierte der Gruppe B mit dem Fußball-Mutterland England, Schweden, Paraguay und Trinidad/Tobago der Gegner. Als Gruppenzweiter würde Deutschland am 25. Juni 2006 in Stuttgart auf den Ersten der England-Gruppe treffen. Eine Neuauflage des WM-Finales von 1966 gegen England schon im Achtelfinale ist zumindest möglich.

Machbare Gruppe

Klinsmann war jedoch bedacht, in Leipzig nur an die Vorrunde zu denken. Der schwierigste Gegner dürfte Polen sein, der in der WM-Qualifikation zusammen mit England gespielt hatte. Ecuador profitierte in der WM-Qualifikation wieder einmal vom Heimvorteil im 2850m hoch gelegenen Quito, dort wurden immerhin Brasilien und Argentinien bezwungen. "Ich habe Respekt vor der ganzen deutschen Mannschaft, aber ich respektiere vor allem Michael Ballack", meinte der ecuadorianische Trainer Luis Fernando Suarez in Leipzig. Costa Rica fühlt sich derweil pudelwohl, als krasser Außenseiter ins Eröffnungsspiel gehen zu können. "Es ist eine Ehre für uns", äußerte Coach Alexandre Guimaraes, "aber im Fußball hat jeder eine Chance. Deutschland ist Favorit. Sie haben ein gutes Team und die Fans im Rücken."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%