Der Werber-Rat: Together forever

Der Werber-Rat
Together forever

Fußball ist König – und hängt Sportarten wie Eishockey und Handball in Sachen Vermarktung mühelos ab. Vielleicht würde ja gemeinsames Gattungsmarketing dabei helfen, deren Image aufzupolieren. Vorbilder gibt es bereits.
  • 0

Ein Trend wird in den nächsten Jahren das Sport-Business verändern: Gattungsmarketing. Was die Branche in den vergangenen Jahren bereits in verschiedenen Wirtschaftszweigen mit Kampagnen wie „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht von nebenan.“ oder bei den Sparkassen erlebt hat, bietet auch für Sportvereine riesige Potenziale.

Als Sportverein Gattungsmarketing zu betreiben klingt zunächst paradox. Denn eigentlich sollte Kommunikation – auch im Sportmarketing – immer ein Ziel haben: das eigene Produkt und die eigene Marke nicht nur bekannter zu machen, sondern auch im Profil zu schärfen. Wird der Konsument für die Produktkategorie begeistert, kauft im Geschäft jedoch eine Konkurrenzmarke, hat die kommunikative Maßnahme ihr Ziel verfehlt. Gattungsmarketing wird daher häufig mit ineffizienter Kommunikation gleichgesetzt.

Aber: Mit vielen Einzelkämpfern haben selbst die größeren Sportarten aktuell kaum Sichtbarkeit. Aktuelle Umsatzstatistiken belegen, dass Sportarten wie Eishockey, Handball und Basketball dem Branchenprimus Fußball meilenweit hinterherlaufen. Während die DFL kürzlich einen Rekordumsatz von 2,5 Milliarden Euro vermeldete, liegen die anderen Sportarten mit Umsätzen zwischen 85 und 100 Millionen Euro weit zurück. Auch die Zuschauerzahlen zeigen: Mit durchschnittlich um die 4.500 Zuschauer schafft es weder der Handball noch der Basketball, die Hallen permanent zu füllen. Lizenz-Entzüge oder gar Insolvenzen sind oftmals die Folge.

Eine gemeinsame Dachkampagne aller Bundesligisten einer Randsportart könnte daher durchaus helfen, das Profil der Sportart zu stärken und so mit wesentlich mehr Durchschlagskraft in der Kommunikation die Sportinteressierten aus ganz Deutschland für sich zu gewinnen.

Sportkommunikation muss daher auf den Zinseszinseffekt setzen: Wertet man die Sportart in einer gemeinsamen Mission auf, profitieren auch die Vereine individuell. Mehr Menschen in den Arenen führen zu einer besseren Vermarktungsfähigkeit und steigenden Einnahmen für die Klubs.

Keine Frage: Gattungsmarketing erfordert Mut. Es ist jedoch das Erfolgsrezept für mehr Reichweite und Sichtbarkeit von kleineren Sportarten.

Der Autor: Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Together forever"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%