Der Werber-Rat
Wolfsburg und Gladbach profitieren vom Kappa-Effekt

Die Bundesliga-Saison 2014/2015 geht am Samstag in die Schlusskurve und bietet jede Menge Gesprächsstoff. Eine der vielen spannenden Fragen: Hängt der sportliche Erfolg auch mit der Wahl des Ausrüsters zusammen?
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Alle sprechen über die Bayern und ihren „Post-Meisterschafts-Blues“, die emotionale Scheidung Jürgen Klopps vom BVB, das verrückte Elfmeterschießen im Pokal, die verrückten Trainerwechsel und natürlich das verrückteste Abstiegsfinale seit langem, wo im Endspurt alle gegen alle spielen. Eine Saison voller Kuriositäten.

Eine meiner Lieblingskuriositäten ist aber eine andere: der „Kappa-Effekt“. Das Thema dieser Kolumne beschäftigt mich seit Dezember. Ein Blick auf die Tabellenplätze hinter den Bayern bestätigt mich in einer These: Denn offensichtlich besteht ein erstaunlicher Zusammenhang zwischen dem Engagement des italienischen Ausrüsters bei Vereinen der Bundesliga und ihrer Leistung.

Blicken wir zurück: Werder Bremen sammelte während der Partnerschaft (2000 bis 2009) das Double 2004, den DFB-Pokal 2009 und spielte mit fünf Champions-League-Teilnahmen so erfolgreich wie lange nicht. Auch Borussia Dortmund wurde in den Jahren mit dem Kappa-Logo auf der Brust 2011 Meister und holte 2012 sogar das Double.

Nicht zu stoppen: Auch Wolfsburg und Gladbach profitieren momentan vom Kappa-Effekt. Borussia Mönchengladbach wird seit 2013 von Kappa ausgestattet und spielt nach der Europa-League-Qualifikation im Vorjahr als sicherer Champions-League-Teilnehmer noch um die Vizemeisterschaft.

Der VfL Wolfsburg reüssierte in seiner Premierensaison in den neuen Trikots ganz fantastisch. In der kommenden Saison ebenfalls in der Königsklasse vertreten, müsste nach meiner Theorie eigentlich der Pokalsieg am 30. Mai im Berliner Olympiastadion folgen.

Lässt sich der Kappa-Effekt erklären? Nein! Aber es ist offensichtlich immer wieder gelungen, zu guten Konditionen bei vermeintlichen Underdogs einzusteigen und vom sportlichen Erfolg überproportional zu profitieren. Eine effektive Strategie, um selbst zwischen Serienmeister Adidas und den aggressiven Herausforderern Nike und Under Armour Sichtbarkeit in der Bundesliga zu erhalten.

Und für Vereine gilt: Wer nächste Saison wieder erfolgreich sein will, müsste auf dieses Kuriosum setzen und den Ausrüster wechseln. Es sei denn, der Kappa-Effekt verschwindet in dem Moment, in dem man ihn beim Namen nennt.

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