Deutsch-russische Kooperation
Jena verkauft 49 Prozent Beteiligung an Russen

Die lokale Presse nannte ihn den Investor. Die Rede ist von einem unbekannten Russen, der durch den Kauf von 49 Prozent Beteiligung die Zukunft des Fußball-Zweitligisten Carl Zeiss Jena gesichert hat. Im Gegenzug hat der Verein von der ebenfalls unbekannten „Alpha Group Invest Corporation“ 20 Mill. Euro erhalten.

HB BERLIN. In Kreisen der russischen Schickeria gilt ein Duell mit Roman Abramowitsch auf dem Feld, Fußballklubs zu erwerben, entweder als verwegen oder grenzenlos dumm.

Es mag die Aussicht auf letzteres Urteil gewesen sein, die einen russischen Neureichen davon abgehalten hat, der Jenaer Bevölkerung und der russischen Hautevolee seine Identität zu enthüllen. Wochenlang wurde der Unbekannte, der sich wiederholt mit Funktionären des Zweitligisten Carl Zeiss Jena getroffen und bereits Ende der vergangenen Saison den Kauf der beiden georgischen Nationalspieler Georgi Lomaia und Mikheil Ashvetia finanziert hatte, daher von der lokalen Presse nur der „Investor genannt“.

Gestern verkündete der Verein, er veräußere 49 Prozent Beteiligung an seiner Spielbetriebs-GmbH des Klubs. Im Gegenzug erhält Jena in den kommenden fünf Jahren 20 Millionen Euro. Vom „Investor“?

Von der russischen „Alpha Group Invest Corporation“, einem angeblich im Baustoffgewerbe und in der Immobilienbranche tätigen Unternehmen. Das Geheimnis um den geheimnisvollen Towaritsch wurde aber auch gestern nicht gelüftet.

Ist den Jenaern aber wohl auch ziemlich egal. A, wissen sie, wer’s ist. B, sind sie ständig klamm, so dass ihnen kaum viel mehr übrig geblieben sein dürfte, als Machtanteile an die Russen zu veräußern, um die Lizenzauflagen des Deutschen Fußballbundes DFB zu erfüllen. „Die Verträge sind unterschriftsreif. Doch zuvor müssen noch die Deutsche Fußball Liga und unsere Mitglieder zustimmen“, sagte Präsident Rainer Zipfel.

Man darf nun gespannt sein, wie sich das erste deutsch-russische Vereinsmodell in der Bundesliga entwickelt. Nicht einmal „Gazprom“ bei Schalke erhielt derart viel Mitspracherecht. Zustände wie in England sind aber nicht zu erwarten. Während in der Premier League quasi jeder Klub über den Kauf von Aktien erwerbbar ist, untersagt ein Statut des DFB, mehr als 49 Prozent der Gesamtbeteiligung zu veräußern. Einen wie Abramowitsch wird die Bundesliga daher nicht so schnell zu Gesicht bekommen.

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