Deutschen Torhüter begraben das Kriegsbeil
Es wird wieder gegrüßt

Mit der Entlassung von Torwarttrainer-Unikat Sepp Maier sorgte Bundestrainer Jürgen Klinsmann für neuen Zündstoff im Torwartduell zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn. Mittlerweile haben sich die Wogen aber wieder geglättet.

HB MÖNCHENGLADBACH. Andreas Köpkes Zwischenbilanz nach zehnmonatiger Torwart-Rotation könnte besser kaum ausfallen. "Wir haben eine sehr gute Basis gefunden, miteinander zu arbeiten und miteinander umzugehen", beschrieb der Torwarttrainer das aktuelle Arbeitsverhältnis zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann. Die Rivalen um den Platz im deutschen WM-Tor, die bei der EM vor einem Jahr in Portugal noch wort- und grußlos ihren gemeinsamen Trainingsdienst verrichteten, benehmen sich wieder wie Kollegen. "Und ich glaube, es ist nicht gespielt, sondern von beiden wirklich akzeptiert", sagte Köpke.

Kahn hat dafür lange gebraucht, wie er im Trainingslager für den Confederations Cup einräumte. Als Kapitän von Bundestrainer Jürgen Klinsmann abgesetzt und als Stammkeeper zur Disposition gestellt - diese schwere Kost musste die jahrelang unumstrittene Torwart-Ikone des FC Bayern erst einmal verdauen. Zudem ließen die zwischenzeitlich gezeigten Leistungen befürchten, er habe seinen sportlichen Zenit schon überschritten. "Der Start war schon ein bisschen schwierig, aber mittlerweile hat sich das sehr, sehr gut entwickelt", sagte Kahn rückblickend und nicht ohne Stolz: "Mein Lebensmotto "Niemals aufgeben, immer weiter, immer weiter' führte mich wieder auf den richtigen Weg."

Inzwischen ist Kahn sportlich wieder unumstritten und hat auch außerhalb des Platzes die von Klinsmann geforderte Wandlung vom Einzelkämpfer zum Team-Mitglied vollzogen. Dass ihn der Bundestrainer dafür am Ende der Asienreise im vergangenen Dezember in Bangkok in einem Einzelgespräch gelobt habe, habe ihm sehr gut getan, berichtete Kahn: "Ich denke, dass ich mit all meiner Erfahrung und mit meinen Erfolgen eine wichtige Orientierungsfunktion in der Mannschaft habe."

Mit Klinsmanns Philosophie hat er sich inzwischen schon soweit angefreundet, dass er sogar die im Herbst vollzogene Trennung von seinem rebellischen Vertrauten Sepp Maier als Bundes-Torwarttrainer gut heißt. "Für mich ist die Situation, so leid es mir für den Sepp tut, schlussendlich besser so", so Kahn. Denn nun könne ihm niemand mehr vorwerfen, durch Maier bevorzugt behandelt zu werden: "Ein völliger Schmarrn. Bei mir stand schon immer die Leistung im Vordergrund."

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