Deutscher Mittelständler liefert das Eckige für das Runde
Die entscheidenden Tore

"Sportgeräte 2000" heißt das Unternehmen, das als erstes in Deutschland Fußballtore aus Aluminium fertigte. Auch bei der Weltmeisterschaft stammt das Eckige für das Runde in allen zwölf WM-Stadien aus der Werkstatt des Hildesheimer Sportgeräteherstellers.

HILDESHEIM. Der Mann schlägt sie alle - Miroslav Klose, mit seinen 25 Treffern Torjäger Nummer eins in der abgelaufenen Bundesliga-Saison, den brasilianischen Stürmerstar Ronaldo, Torschützenkönig der Weltmeisterschaft 2002, und selbst Gerd Müller, der in der Bundesliga mit 40 Toren in einer Saison den Rekord hält. Helmuth Löhr, ein eher kleiner, schlanker Mann aus Hildesheim, macht deutlich mehr Tore: Etwa 5 000 sind es pro Jahr. Löhrs Tore kommen weder mit Schnitt, noch mit Wucht daher, sondern sehr nüchtern, fast unterkühlt. Dafür sind sie äußerst stabil, in der Regel silbergrau, manchmal auch weiß lackiert und exakt 7,32 Meter lang, 2,44 Meter hoch und zwei Meter tief.

Diese Variante von Löhrs Toren steht in allen zwölf Stadien bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Der Weltverband Fifa hat die neuen Tore bestellt, damit alle Stadien einheitlich aussehen und überall die gleichen Bedingungen herrschen. Für alle Fälle hat Löhrs Unternehmen, die Sportgeräte 2000 aus Hildesheim, auch ein Ersatztor pro Stadion geliefert. "Die Fifa wollte es so", erzählt Löhr, "aber eigentlich halten die Tore so gut, dass man sich den Markt fast selbst kaputt macht mit den eigenen Produkten."

Geschäftsidee dank morscher Holztore

Das war nicht immer so: Beim Spiel Mönchengladbach gegen Bremen brach im April 1971 im Gladbacher Bökelberg Stadion ein Tor zusammen. Es war aus Holz und mit der Zeit morsch geworden. Helmuth Löhr arbeitete damals bei einem Unternehmen, das Dachprofile aus Aluminium herstellte. "Es gab in den 60er Jahren schon die ersten Alu-Fußballtore in Schweden", erzählt der 66-Jährige, "Alu ist schließlich ideal dafür: rostfrei, leicht und stabil." Warum sollte dieses Material nicht auch in Deutschlands Stadien für das Eckige herhalten, in das das Runde muss? Löhr kündigte seinen Job und machte sich selbständig.

Heute setzt sein Unternehmen etwa sieben Millionen Euro pro Jahr um und hat 50 Beschäftigte. Sportgeräte 2000 ist Europas größter Hersteller von Sportgeräten aus Alu. Dazu gehören inzwischen deutlich mehr Produkte als Tore. Die Auswahl reicht von A wie Absprungbalken bis Z wie Ziel- und Zeitnehmertreppen.

Größter Umsatzbringer sind jedoch weiterhin Fußballtore, allerdings nicht die nach "DFB- und Fifa-Norm, mit der vielfachen Innenversteifung und der verletzungsneutralen Doppelnut", wie der Firmenkatalog sie anpreist, sondern transportable Tore für kleinere Fußballfelder, für Spiele der Jugendmannschaften. "Das ist der Markt, der für uns am wichtigsten ist", erzählt Löhr, "da gibt es sogar Ersatzbedarf - im Gegensatz zu den fest installierten Fußballtoren, da ist der Markt gesättigt."

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