Fußball
Deutsches U20-Team bei WM vor Karriere-Höhepunkt

Bei der U20-WM trifft das DFB-Team heute auf die Mannschaft aus Brasilien. "Ein WM-Spiel in der Runde der letzten Acht gegen Brasilien ist für alle ein Karriere-Höhepunkt", sagte der deutsche Trainer Michael Skibbe.

Das deutsche U20-Team will heute (20.30 Uhr/live im DSF) ihrer A-Nationalmannschaft als Vorbild dienen. "Wir wollen ihnen vormachen, wie man gegen Brasilien gewinnt", erklärte "U20"-Trainer Michael Skibbe vor dem WM-Viertelfinale der DFB-Junioren im niederländischen Tilburg. Die A-Auswahl, für die Skibbe bis Sommer 2004 als Assistent von Teamchef Rudi Völler zuständig war, trifft einen Tag später im Halbfinale des Konföderationen-Pokals in Nürnberg auf den Rekord-Weltmeister.

"Brasilien das Maß aller Dinge"

Die Junioren gehen in das Duell mit dem Titelverteidiger mit einer Mischung aus Ehrfurcht, Respekt und Selbstvertrauen. "Ein WM-Spiel in der Runde der letzten Acht gegen Brasilien ist für alle ein Karriere-Höhepunkt, auch für mich", bekannte Skibbe, der mit der A-Elf im Finale der WM 2002 0:2 gegen die Brasilianer verlor: "Die Südamerikaner sind auch im Jugendfußball das Maß aller Dinge. Jeder von uns muss sein Optimum rausholen. Aber wir können jeden Gegner schlagen, und sollten wir gegen Brasilien gewinnen, ist hier alles möglich."

Der erste wirkliche gelungene Turnier-Auftritt beim 3:2 im Achtelfinale gegen China hat Titelträume im deutschen Lager geschürt, und so verspürt auch Marcell Jansen eine positive Anspannung: "Es ist ein Traum, einmal gegen Brasilien in einem WM-Viertelfinale spielen zu können", meinte der Mönchengladbacher Shooting-Star: "Aber ich denke, dass wir nicht chancenlos sind. Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und wollen bis zum letzten Tag des Turnier dabei sein."

Der künftige Hannoveraner Michael Delura schätzt die Chancen auf 40:60, "aber eigentlich gibt es bei diesem Turnier nur eine überragende Mannschaft. Das sind die Spanier, und gegen die würden wir erst im Halbfinale spielen."

10 000 deutsche Fans erwartet

Skibbe verzeichnet neben dem nicht mehr einsatzfähigen Hamburger Oliver Hampel erstmals während des Turniers keine verletzten oder angeschlagenen Spieler, zudem kann der deutsche Nachwuchs diesmal auf zahlreiche Fan-Unterstützung hoffen. Gegen China waren gerade mal 30 deutsche Anhänger vor Ort, diesmal dürften sie unter den mindestens 10 000 Besuchern im Stadion des Königs-Klubs Willem II einen wesentlich größeren Anteil ausmachen.

Um ihnen und der A-Elf einen Sieg zu präsentieren, hat Skibbe sich schon einige taktische Varianten ausgedacht, die er allerdings nicht preisgeben will. "Aber wir spielen erstmals gegen eine Mannschaft, die etwas abwartender beginnen wird. Das könnte uns liegen", verriet er immerhin: "Unsere größte Herausforderung wird es sein, den Abwehrriegel zu knacken." Die Brasilianer sind im Turnierverlauf noch ohne Gegentor. Allerdings ist Abwehrchef Gladstone wie Außenstürmer Ernane angeschlagen.

Brasilien-Trainer ist vom Titelgewinn überzeugt

Brasiliens Coach Rene Weber hatte Deutschland schon vor dem Turnierstart zum Favoritenkreis gezählt, Angst macht dem Mann mit deutschen Wurzeln der kommende Gegner aber nicht. "Ich bin fest vom Titel überzeugt", sagte Weber, dessen kompletter Name Kreuz-Weber ist, sein Vater wurde im damals zu Deutschland gehörenden Elsass geboren.

Seine Spieler setzt Weber vor dem Viertelfinale gehörig unter Druck: "Ein gutes Turnier zu spielen, bedeutet für Brasilien, Weltmeister zu werden. Das sollen die Jungen nicht anders sehen. Wenn man sie nicht darauf vorbereitet, entwickeln sie keine Siegermentalität."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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