Fußball
Deutschland als Gruppenerster im Halbfinale

Deutschland hat mit einem 2:2-Unentschieden gegen Argentinien das Halbfinale als Gruppensieger erreicht. In Nürnberg trafen Kevin Kuranyi und Gerald Asamoah für die Klinsmann-Elf.

Auf den lange ersehnten Sieg gegen eine der "großen" Fußball-Nationen muss Deutschland weiter warten - aber dennoch haben die Gastgeber beim Fifa Confederations Cup als Gruppensieger das Halbfinale erreicht. Auch ohne Kapitän Michael Ballack erreichte das "1B-Team" von Bundestrainer Jürgen Klinsmann im letzten Gruppenspiel gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien in Nürnberg ein 2:2 (1:1) und bewies 353 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel mit einer über weiten Strecken starken Leistung, dass es sich selbst ohne einige Stammspieler auf Augenhöhe mit den Top-Teams befindet. Im zweiten Spiel des Tages setzte sich Tunesien in Leipzig mit 2:0 (1:0) gegen Australien durch.

Halbfinalgegner noch offen

Im Halbfinale trifft die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die sich aufgrund der besseren Tordifferenz Platz eins vor den punktgleich ebenfalls für die Vorschlussrunde qualifizierten Südamerikanern sicherte, am Samstag erneut in Nürnberg auf Weltmeister Brasilien, Mexiko oder Asien-Champion Japan. Sollten die Brasilianer der Gegner sein, bekäme das DFB-Team schnell die erneute Chance, den ersten Sieg gegen eine Topnation seit dem 7. Oktober 2000 (1:0 in England) einzufahren.

Vor 42 088 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena mussten die Gastgeber nach zwei Führungen jeweils den Ausgleich hinnehmen. Die Treffer von Kevin Kuranyi (29.) und Gerald Asamoah (51.) konterten Juan Riquelme (32.) und Esteban Cambiasso (74.) für den Weltranglisten-Dritten. Im Halbfinale muss die deutsche Mannschaft Bastian Schweinsteiger ersetzen, der seine zweite Gelbe Karte kassierte.

Klinsmann zeigt sich zufrieden

"Die Mannschaft hat vor allem im taktischen Bereich hervorragend gespielt und die Räume eng gemacht. Das macht Mut für die Zukunft´, sagte Klinsmann: "Ein schwerer Brocken wird es im Halbfinale ohnehin. Am liebsten aber wären uns Duelle mit den ganz Großen: Zunächst gegen Brasilien, und wenn wir da bestehen, im Endspiel nochmal gegen Argentinien."

Trotz insgesamt fünf Änderungen in der Anfangsformation des dreimaligen Welt- und Europameisters im Vergleich zum 3:0 gegen Tunesien präsentierte sich das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann viereinhalb Monate nach dem 2:2 beider Mannschaften in Düsseldorf kompakt, harmonisch und aggressiv. Die technische starken Argentinier kamen zunächst kaum zum Zuge.

Podolski nicht im Kader

Klinsmann hatte Ballack ebenso wie Torsten Frings, der nach der Pause für Bernd Schneider ins Spiel kam und vom Leverkusener auch die Kapitänsbinde übernahm, eine Verschnaufpause verordnet. Gar nicht erst im Kader stand Lukas Podolski (Wadenverletzung). Für den Kölner spielte diesmal Kuranyi von Beginn an neben seinem künftigen Schalker Klub-Kollegen Asamoah. Für den gesperrten Arne Friedrich begann Andreas Hinkel auf der Position des rechten Verteidigers. Im Tor kam wie zuvor angekündigt Timo Hildebrand zu seinem ersten Einsatz im "Confed Cup".

Die größte Chance in der Anfangsphase verpasste Kuranyi, der in der fünften Minute nach einer flachen Hereingabe von Sebastian Deisler freistehend fünf Meter vor dem Tor in Rücklage geriet und den Ball weit über das Gehäuse schoss. Hildebrand bekam zunächst kaum Bewährungs-Chancen.

Kuranyi besorgt die Führung

Von der Spielfreude, die die Südamerikaner in beiden vorherigen Gruppenspielen gegen Australien (4:2) und Tunesien (2:1) gezeigt hatten, war wenig zu sehen. Auch deshalb war die Führung der Gastgeber nicht unverdient. Nach einem Freistoß aus 20 Metern von Thomas Hitzlsperger kam Ernst an den Ball, und dessen abgefälschte Hereingabe drückte Kuranyi über die Linie. Doch die Ernüchterung folgte nur kurze Zeit später. Nach einem Foul von Ernst an Javier Zanetti ließ Spielmacher Riquelme mit seinem direkten Freistoß aus 20 Metern Hildebrand keine Chance. Der Gegentreffer bewirkte einen kleinen Bruch im Spiel der Deutschen, die offenbar auch ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten.

Die Erholung in der Pause half: Sechs Minuten nach Wiederanpfiff nutzte Asamoah eine sehenswerte Direktkombination nach einem Pass von Kuranyi zur erneuten Führung. Obwohl die Argentinier danach immer stärker ins Spiel kamen und nach Auswechslungen mit insgesamt fünf Offensivkräfte agierten, hielt die erneut überzeugende Deckung dem Druck zunächst stand. Besonders Per Mertesacker überragte erneut mit glänzendem Stellungsspiel und großer Ruhe. Beim sehenswerten und auch verdienten 2:2 war die DFB-Abwehr allerdings machtlos.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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