Deutschland belegt zweiten Platz
WM-Trainer tippen auf Brasilien

24 von 32 WM-Trainern tippen auf Brasilien als kommender Weltmeister. Das ist zumindest das Ergebnis einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes unter den Übungsleitern der 32 Teilnehmer.

Die Trainer der 32 WM-Teilnehmer haben sich festgelegt: Nach einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) tippen 24 der 32 Befragten auf eine Titelverteidigung von Weltmeister Brasilien. Allerdings artikulieren auch elf WM-Trainer mehr oder weniger deutlich ihre eigenen Titelambitionen.

Carlos Alberto Parreira ist sich der Favoritenrolle seiner Selecao bewusst. "Ich möchte nicht vorzeitig zurückkehren, sondern als Weltmeister", sagte der 63-Jährige: "Denn bei uns daheim zählt nur Platz eins." WM-Titel Nummer vier holte Parreira mit Brasilien bereits 1994 in den USA, zwölf Jahre später will er sein insgesamt drittes Engagement als Chefcoach mit dem sechsten Triumph krönen.

Deutschland als härtester Widersacher

Als härtesten Widersacher sehen die WM-Trainer Gastgeber Deutschland. "Unser Ziel bleibt, dass wir mit dem Publikum im Rücken Weltmeister werden wollen", sagte Bundestainer Jürgen Klinsmann ähnlich bestimmt wie seine Kollegen Sven-Göran Eriksson (England) und Parreira. Immerhin 14 andere Coaches trauen den deutschen Kickern den vierten WM-Titel zu - vor allem wegen des Heimvorteils. Damit liegt die Klinsmann-Elf in der Gunst der Trainer sogar vor den anderen Ex-Weltmeistern England, Italien, Argentinien (je 11) und Frankreich (5).

Italiens Marcello Lippi macht auch keinen Hehl aus seinen Titelambitionen. "Wir haben die richtige Mischung aus erfahrenen und jüngeren Spielern und sind zu einem richtigen Team zusammengewachsen", sagte der 58-Jährige, dem Wirbel um den Fußball-Skandal in der Heimat zum Trotz. Auch wenn die Ermittlungen die WM-Vorbereitung stören und er selbst, sein Kapitän Fabio Cannavaro und Torhüter Gianluigi Buffon vernommen wurden, ist Lippi von einem Erfolg in Deutschland überzeugt: "Wir haben die Reife für den Titel."

Während sich Argentiniens Jose Pekerman als Kandidat für das Finale sieht, steht für Frankreichs Raymond Domenech die Teilnahme am Showdown in Berlin bereits fest: "Ich rede nur über das erste Spiel gegen die Schweiz und über das Endspiel, bei dem Frankreich dabei ist." Mit dem ehemaligen Nachwuchstrainer soll die "Equipe Tricolore" nach dem WM-Debakel vor vier Jahren mit dem peinlichen Vorrundenaus den Triumph von 1998 wiederholen.

Auch Spanien träumt vom Titel

Zum allerersten Mal will Luis Aragones den Weltpokal nach Spanien bringen. "Wir wollen Weltmeister werden", erklärte der älteste WM-Trainer ohne Umschweife. Doch anders als bei den Turnieren der Vergangenheit, bei denen der Europameister von 1964 immer als Mitfavorit am Ende leer ausging, traut diesmal niemand außer Aragones dem spanischen Starensemble etwas zu.

Nachbar Portugal hingegen steht nicht nur beim eigenen Trainer Luiz Felipe Scolari, sondern auch bei Irans Branko Ivankovic und Angolas Oliveira Goncalves auf dem Zettel. "Von den Europäern schätze ich sie besonders hoch ein", sagte der Coach der ehemaligen portugiesischen Kolonie. Scolari, mit Brasilien vor vier Jahren Weltmeister, hält eine Wiederholung dieses Erfolges mit seinem jetzigen Arbeitgeber für möglich: "Wir gehören zu den acht Teams, die den Titel gewinnen können."

Schweizer und Schweden sehen Außenseiterchancen

In diesem Kreis wähnen sich überraschend auch der Schweizer Coach Köbi Kuhn und der Schwede Lars Lagerbäck. "Außenseiterchancen hat auch die Schweiz", sagte der Trainer der Eidgenossen: "Wir sind sehr selbstbewusst und stecken uns hohe Ziele. Alles andere wäre ein falsches Signal." Lagerbäck fragte derweil rhetorisch: "Warum sollten wir hier antreten, wenn wir nicht das Ziel WM-Titel hätten, auch wenn wir nicht die Möglichkeiten haben wie manch anderes Team."

Am vorsichtigsten äußerte sich Marco van Basten über die Titelchancen der Niederlande, die immerhin zwei seiner Kollegen zu den Favoriten zählen. "Ich weiß nicht, wo wir am Ende landen werden. Aber Deutschland ist für uns ein gutes Pflaster. Es wäre dort nicht unser erstes Finale", sagte der Europameister von 1988 mit Blick auf die beiden Endspielteilnahmen von "Oranje" in München (WM 1974 und EM 1988). Van Basten zählt seine Mannschaft aber nicht explizit zu den Topkandidaten: "Meine Favoriten sind Frankreich, England und Brasilien."

© SID

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