Deutschland-Portugal
Lehmann gegen Ricardo: Duell der "Elfmeter-Killer"

Deutschland trifft am Donnerstag im EM-Viertelfinale auf Portugal. Damit kommt es gleich zum Auftakt der K.o.-Runde zum Duell der beiden "Elfmeter-Killer" Jens Lehmann und Ricardo.

Deutschland trifft am Donnerstag im EM-Viertelfinale auf Portugal. Zum Auftakt der K.o.-Runde stehen sich damit zwei "Elfmeter-Killer" gegenüber. Auf der deutschen Seite gibt sich Schlussmann Jens Lehmann vor einem möglichen Elfmeterschießen gelassen. Seit der WM 2006 gilt Lehmann als Elfmeter-Held. Doch am Donnerstagabend trifft er auf einen Kollegen, dem der gleiche Ruf vorauseilt: Der Portugiese Ricardo hatte sich bei der EM 2004 und bei der Weltmeisterschaft in Deutschland "unsterblich" gemacht.

Der 32-Jährige hält sogar einen WM-Rekord: Im Viertelfinale gegen England 2006 hielt der Keeper von Sporting Lissabon gleich drei Elfmeter, dies hatte vor ihm noch keiner geschafft. Portugal zog durch ein 6:5 i.E. ins Halbfinale ein, nachdem der von den portugiesischen Medien anschließend als "Ricardo Löwenherz" gefeierte Torwart nach torlosen 120 Minuten die Schüsse von Frank Lampard, Steven Gerrard und Jamie Carragher pariert hatte.

Schon bei der EM 2004 im eigenen Land war Ricardo Alexandre Martins Soares Pereira, wie er mit vollem Namen heißt, der gefeierte Mann: Erst wehrte er erneut im Viertelfinale gegen England im Elfmeterschießen einen Schuss von Darius Vassell ab - und das ohne Torwart-Handschuhe. Den entscheidenden Elfer zum 3:1 i. E. verwandelte er dann gleich selbst.

Lehmann hat zwar in der Bundesliga schon zwei Treffer aus dem Spiel heraus erzielt, einen Elfmeter hat er aber im Gegensatz zu Ricardo noch nicht verwandelt. Dafür gilt der künftige Stuttgarter seit dem WM-Achtelfinale gegen Argentinien auch als "Killer". Lehmann wehrte die Elfmeter von Roberto Ayala und Esteban Cambiasso ab, die DFB-Auswahl zog durch ein 4:2 im Elfmeterschießen ins Halbfinale ein.

Dabei erlangte ein kleiner Zettel seltene Berühmtheit. Vor dem Elfmeterschießen hatte Lehmann ein Stückchen Papier aus seinem Stutzen gezogen. Darauf hatte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke die Schussgewohnheiten der Argentinier verzeichnet. Im Dezember 2006 ersteigerte der Energiekonzern ENBW die Notizen während der TV-Gala "Ein Herz für Kinder" für eine Million Euro, um sie nun dem Haus der Geschichte zu überlassen. Dort wird die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert.

Vor dem EM-Viertelfinale gegen die Portugiesen wollte der deutsche Nationalkeeper eine Neuauflage der Zettel-Geschichte nicht ausschließen. "Andi Köpke wird für den Fall der Fälle mit Sicherheit wieder alle Informationen zusammentragen und die dann auf einen Zettel schreiben", sagte der 38-Jährige vor dem Duell im St. Jakob Park.

Ob das Stück Papier wie bei der WM 2006 diesmal auch im Stutzen landete, wusste Lehmann im Vorfeld noch nicht, genauso wenig, "was mit dem Zettel anschließend passiert". Allerdings hoffte er ohnehin, "dass ich den Zettel gar nicht brauchen werde und wir in der regulären Spielzeit weiterkommen".

© SID

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