DFB-Affäre
Streit zwischen Theo Zwanziger und Günter Netzer eskaliert

Günter Netzer wird den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger wegen seiner Aussagen zum Stimmenkauf bei der Vergabe der WM 2006 verklagen. Zwanziger hat seine Darstellung bekräftigt. Der Streit geht wohl vor Gericht.

DüsseldorfAls Fußballer hatte Theo Zwanziger den Filigrantechniker Günter Netzer immer bewundert. Doch im Zuge der DFB-Affäre haben sich die beiden heillos zerstritten. Und bald schon wird die Fehde vor Gericht ausgetragen.

Gegenüber dem Handelsblatt erklärte Netzers Medienanwalt Ralf Höcker, dass die Klage unausweichlich ist. „Herr Zwanziger kommuniziert mit uns leider nur über Interviews. Vielleicht meldet er sich ja noch direkt bei uns, wie es üblich wäre. Wenn er dann bei seinen Behauptungen bleibt, werden wir Klage einreichen.“ 

Zwanziger hatte jüngst bekräftigt, an seiner Darstellung festzuhalten. Die lautet: Netzer habe ihm im Herbst 2012 bei einem Gespräch in einem Züricher Restaurant beiläufig erzählt, dass das WM-Bewerbungskomitee 6,7 Millionen Euro dazu verwendet habe, um vier asiatische Stimmen zu kaufen. Deutschland setzte sich in der Abstimmung schließlich mit zwölf zu elf Stimmen durch. 

„Da ich die Wahrheit gesagt habe, habe ich keinen Grund, eine Unterlassungserklärung abzugeben“, sagte Zwanziger gegenüber „Spiegel online“ – und verschärft damit den Konflikt mit Netzer. Dieser hatte ihm zuvor ein Ultimatum bis Freitagabend gesetzt.

Nachdem nun klar ist, dass der frühere DFB-Präsident nicht zurückrudert, steht einer Klage nichts mehr im Weg. Prinzipiell trägt Zwanziger die Beweislast für seine Aussage, die von Netzer bestritten wird. Auch in dieser Frage ist aber letztlich das Gericht gefragt. 

Bislang hat Zwanziger drei Aussagen gemacht, durch die sich Netzer in seinen Rechten verletzt sieht. Typischerweise bewegt sich der Streitwert in solchen Fällen in einer Größenordnung zwischen 50.000 Euro und 100.000 Euro.

Das bedeutet: Wenn Netzer vor Gericht gewinnt, bekäme Zwanziger einen Maulkorb. Behauptet er im Falle einer Niederlage weiter, Netzer habe ihm von dem Stimmenkauf  berichtet, würde eine entsprechende Sanktion fällig. Gegen den „Spiegel“, der Zwanziger mit seinen Netzer-Aussagen zitiert hatte, will Netzer dagegen derzeit nicht vorgehen.

       

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