Fußball
DFB auf dem Weg in eine neue Zukunft

Auf der Präsidiums-Sitzung am Freitag sollen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Die Installierung eines Sportdirektors und die Umkrempelung der Verwaltung stehen auf dem Plan.

Die Weichen für die Zukunft will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf seiner Präsidiums-Sitzung am Freitag in Frankfurt stellen. Zwei Punkte sind dabei wesentlich: Die Installierung eines Sportdirektors und die Umkrempelung der Verwaltung, die altersbedingt neues Personal und damit verbunden auch neue Strukturen erhalten soll.

Für den Posten des Sportdirektors hat der Geschäftsführende Präsident Theo Zwanziger das Anforderungsprofil wie folgt erläutert: "Es sollte ein starker Trainer sein, der seinen Beruf vielleicht in Ostdeutschland gelernt hat. Es sollte kein ganz junger Mann sein, den es nach kurzer Zeit womöglich wieder an die Geldquelle Bundesliga zieht. Hauptaufgabe wird der Aufbau eines Leistungszentrums und eine Eliteschulung sein in enger Bindung zur Nationalmannschaft", sagte Zwanziger dem Fachmagazin kicker.

Sammer, Meyer oder Geyer?

Wer die Stellenbeschreibung interpretiert, kommt an drei Namen nicht vorbei: Klaus Sammer (bereits DFB), Hans Meyer (erfahrener Ost-Trainer im Ruhestand) oder Eduard Geyer (letzter Trainer der DDR-Auswahl).

Der aktuelle Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte Berti Vogts favorisiert, der nicht nur durch seine Tätigkeit in der Technischen Kommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) internationale Erfahrung in weltweiten Nachwuchs- und Ausbildungsprogrammen erworben hat. "Ich war es leid, vor jedem Länderspiel ein Spielball zwischen Klinsmann und dem DFB zu sein. Deshalb habe ich auf den Posten eines Sportdirektors verzichtet", sagte der Ex-Bundestrainer dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Seinen Einfluss konnte der ehemalige Teamchef der schottischen Nationalmannschaft dennoch geltend machen. "Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit Herrn Zwanziger, und ich bin froh, dass er meinen Gedanken der Eliteförderung aufgenommen hat. Der DFB als Verband muss umdenken, denn die Vereine sind in der Nachwuchsförderung inzwischen eindeutig weiter", erklärte Vogts: "Wer glaubt denn ernsthaft, dass ein Profiverein ein Top-Talent nicht mehr im Klub fördert, sondern einem Verband überlässt? Das ist doch das wahre Problem."

Was die Reform der Strukturen betrifft, steht fest, dass ab sofort Christian Seifert als Nachfolger von Wilfried Straub qua Amt als DFL-Geschäftsführer das Amt eines DFB-Vizepräsidenten inne haben wird. Da 2006 Justiziar Götz Eilers sowie Direktor Bernd Pfaff und ein Jahr später auch Generalsekretär Horst R. Schmidt in den Ruhestand gehen, werden Verantwortlichkeiten neu verteilt.

Als neuer starker Mann gilt der frühere sid-Fußballchef Wolfgang Niersbach, der als Generalsekretär im Gespräch ist. Er würde zuständig werden für "internationale Verbände, EU, Sportwissenschaften, Technischer Direktor für alle Nationalmannschaften, Ausbildung, Jugend und Schule". Nicht nur nach Meinung des kickers wäre der Vorgänger von Harald Stenger als Mediendirektor damit wohl auf dem Weg, "stärkster Mann in dem weltweit größten Sportfachverband" zu werden.

© SID

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