DFB-Chef verurteilt Krawalle
Deutsche Hooligans sorgen erneut für Randale

Deutsche "Fans" haben nach dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Bratislava gegen Gastgeber Slowakei erneut für schwere Randale gesorgt. Dabei wurden sechs Personen verletzt, davon eine schwer. Zwei randalierer wurden festgenommen.

HB BRATISLAVA. Fünf Monate nach den schweren Ausschreitungen deutscher Hooligans beim Länderspiel in Slowenien ist es am Samstag in Bratislava erneut zu Krawallen gekommen. Diese hatten aber nicht annähernd die Dimension der Vorfälle Ende März in Celje. Nach dem 0:2 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Slowakei kam es im Stadion beim Verlassen der deutschen Zuschauer zu einem kurzen, aber heftigen Schlagabtausch zwischen gewaltbereiten Anhängern und der slowakischen Polizei. Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der örtlichen Behörden wurden dabei sechs deutsche Randalierer verletzt, einer davon schwer. Zudem gab es zwei Festnahmen.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder verurteilte die Krawalle am Sonntag vor der Abreise der DFB-Delegation aus Bratislava. „Das wirft ein schlechtes Bild auf Deutschland. Man muss sich schämen. Ich kann mich nur entschuldigen bei der slowakischen Bevölkerung für das, was einige Chaoten wieder angerichtet haben“, sagte der Verbandschef. Auch die Nationalspieler distanzierten sich nach Spielende deutlich von diesen so genannten Fans, die unter den Augen von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) auch während des Spiels mit Hass-Parolen und Sprechchören negativ in Erscheinung getreten waren.

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte am Sonntag im DSF-Doppelpass, dass man auch für die Weltmeisterschaft 2006 „nicht völlige Entwarnung“ geben könne. Die Situation sei dann in Deutschland aber grundlegend anders, da gewaltbereite Hooligans keinen Zugang zu den Stadien bekommen würden. Abseits der Arenen müssten echte Fans und Gewalttäter streng getrennt werden. „Wir brauchen da eine deutliche Polizeipräsenz, aber keine auffällige Präsenz, denn es soll ein friedliches Fest werden“, sagte Zwanziger.

Nach Abpfiff der Partie sollten die Zuschauer im deutschen Block noch 20 Minuten auf das Verlassen des Stadions warten. Einige Anhänger, die von Zwanziger als „Kriminelle“ bezeichnet wurden, durchbrachen die Absperrung. Dagegen ging die Polizei massiv vor. Sechs Deutsche wurden dabei verletzt. Bei der Versorgung der Verletzten half auch die medizinische Abteilung des DFB.

Nach DFB-Angaben waren 560 Eintrittskarten über den Fanclub Nationalmannschaft und organisierte Fan-Reisen an deutsche Anhänger verkauft worden. Allerdings sollen sich Problemfans, über deren Anreise schon im Vorfeld gewarnt worden war, über slowakische Kanäle noch Tageskarten besorgt haben. „Das ist das große Problem bei Spielen in den früheren Ostblockstaaten“, meinte Mayer-Vorfelder.

Immerhin gelang es, Ausschreitungen wie zuletzt in Celje zu verhindern. Beim Länderspiel gegen Slowenien war es Ende März zu den schwersten Ausschreitungen deutscher Hooligans seit der Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden gekommen. Dutzende deutscher Randalierer waren damals vor, während und nach der Partie vorübergehend festgenommen worden. Während des Spiels waren unter anderem Leuchtraketen auf den Rasen geschossen und Sitze aus den Verankerungen gerissen worden. In der 2. Spielminute musste die Partie vom Schiedsrichter sogar kurz unterbrochen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%