DFB-Elf in Kasachstan Deutsche machen die Nacht zum Tag

Zerstörerische Spielweise? Nebensache. Ein Kunstrasenplatz? Lächerlich. Die Hauptsorge der deutschen Nationalmannschaft, die am Dienstag in Astana auf Kasachstan trifft, gilt der Anstoßzeit. Mitten in der Nacht wird gespielt, um 23 Uhr geht es los – und erst am Mittwoch wird abgepfiffen. Der DFB packt das Problem ganz eigen an: er ignoriert es.
  • Stefan Hermanns
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Bundestrainer Joachim Löw: Sein Team wird den Tagesrhythmus gar nicht erst umstellen. Quelle: DAPD

Bundestrainer Joachim Löw: Sein Team wird den Tagesrhythmus gar nicht erst umstellen.

BERLIN. Joachim Löw findet es nicht schlimm, dass er als Trainer leicht zu durchschauen und in gewisser Weise auch berechenbar ist. Im Gegenteil. Für den Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beweist das nur, dass er seinen Stil gefunden hat. Seine Mannschaft bleibt sich treu, sie muss nicht auf jeden Gegner immer wieder neu ausgerichtet werden. Für den Dienstag aber, für das EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan in Astana, hat sich Joachim Löw einen ganz besonderen Kniff ausgedacht. Er ist wild entschlossen, die Mannschaft auszutricksen. Seine eigene Mannschaft.

Wenn der deutsche Tross morgen nach fünf Stunden Flug in der kasachischen Hauptstadt Astana aus dem Flugzeug steigt, sollen die Spieler der Illusion erliegen, dass sie nach einem Rundkurs wieder in Deutschland gelandet sind. Draußen mag es schon dunkel sein, aber für die Spieler bleibt es früher Nachmittag. Ihre Uhren werden sie auf Anweisung der sportlichen Leitung gar nicht erst umstellen dürfen, damit sie gar nicht erst in Versuchung kommen, sich über die ungewöhnliche Anstoßzeit des Qualifikationspiels zu wundern. Statt um 23 Uhr (Ortszeit) werden die Deutschen um 19 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) spielen, zu einem durchaus üblichen Termin also. „Wir haben uns entschlossen, in unserem Rhythmus zu bleiben“, sagt Joachim Löw.

Die Reise nach Kasachstan führt die Delegation des Deutschen Fußball-Bundes an den letzten Zipfel Europas. Mehr als 90 Prozent des Landes gehören zu Zentralasien, knapp 4 000 Kilometer sind es von Berlin aus, vier Stunden beträgt der Zeitunterschied – an einen weiter entlegenen Ort hat es die Nationalmannschaft zu einem Qualifikationsspiel noch nie verschlagen. Für Joachim Löw ist das „eine ganz neue Situation, ein ganz neues Gefühl“.

Entsprechend ausführlich hat sich sein Stab mit der Planung der Fernreise beschäftigt. Dass die Mannschaft am Dienstag in Astana auf Kunstrasen spielen wird, ist noch das geringste Problem. Den kennen die Deutschen schon aus der WM-Qualifikation vor einem Jahr in Moskau.

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