DFB gibt sich neue Struktur Oliver Bierhoff wird der „Super-Minister“

Mehr Macht für Oliver Bierhoff und eine schlankere Struktur an der Spitze: An diesem Freitag will sich der Deutsche Fußball-Bund bei einer Präsidiumssitzung selbst reformieren.
Kommentieren
Einer der größten Profiteure der Umstrukturierung ist der bisherige Nationalmannschafts-Manager. Quelle: dpa
Oliver Bierhoff

Einer der größten Profiteure der Umstrukturierung ist der bisherige Nationalmannschafts-Manager.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainEin DFB-Präsident ist zurückgetreten, ein Generalsekretär musste gehen. Die finanziellen Folgen sind noch immer nicht abzusehen, der Vertrauensverlust ist immens. Die vor zwei Jahre enthüllte WM-Affäre hat den Deutschen Fußball-Bund schwer belastet. Auch, aber nicht nur deshalb will sich der größte Sportfachverband der Welt jetzt eine neue Struktur verordnen. Das Konzept soll an diesem Freitag bei einer Präsidiumssitzung beschlossen werden. Einer der größten Profiteure ist der bisherige Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. Er soll der neue „Super-Minister“ des DFB werden, wie der „Kicker“ am Donnerstag titelte.

Die Reform der Frankfurter Verbandszentrale sieht vor allem eine Straffung der Organisation vor: Künftig soll es unterhalb des Generalsekretärs Friedrich Curtius nur noch vier statt bislang sieben Direktionen geben und Bierhoff dabei den Bereich „Elite Fußball“ verantworten. Darunter fallen die Nationalmannschaften und alles, was mit der „Entwicklung“ des Fußballs zu tun hat: die geplante DFB-Akademie oder die Auswahl der Junioren-Trainer zum Beispiel.

„Wir wollen in Zukunft nur noch eine Verantwortlichkeit im Spitzensportbereich haben und nicht mehr Jour fixes mit vier verschiedenen Leuten abhalten“, sagte Curtius, der die treibende Kraft hinter dem neuen Konzept mit dem Namen „Umschaltspiel“ ist.

Bislang leistete sich der DFB ein Nebeneinander mehrerer Kompetenzen. Es gibt Bierhoff, der seit 2004 die Nationalmannschaft managt. Und es gibt seit 2006 einen Sportdirektor, dessen Besetzung ständig wechselte. Künftig soll Bierhoff allein an der Spitze des Leistungssportbereichs stehen und eine Direktion leiten, die auf drei verschiedenen Säulen steht: der DFB-Akademie, dem Management der beiden Männer- und Frauen-Nationalteams sowie einer „Sportlichen Leitung Nationalmannschaften“, die unter anderem für die U21- oder U19-Auswahl zuständig ist. Den Posten des bisherigen Sportdirektors soll es in Zukunft also nicht mehr geben. Wohl aber jemanden, der einen Großteil seines bisherigen Aufgabenbereiches übernimmt.

Für den früheren Nationalstürmer Bierhoff bedeutet dies eine Stärkung und Schwächung seiner bisherigen Position zugleich. Auf der einen Seite gewinnt er innerhalb des Verbandes deutlich an Macht. Auf der anderen Seite soll die Nationalmannschaft aber wieder stärker in die Strukturen des DFB eingebunden werden. Bislang führte das Weltmeister-Team dort weitgehend ein Eigenleben. „Wie ein eigener Planet“, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ einmal dazu.

Neben dem Bereich „Elite Fußball“ soll es ab 2018 noch drei weitere DFB-Direktionen geben: eine für Vereine, Verbände und Ligen, eine für Finanzen und interne Dienste sowie eine für Fans, Öffentlichkeitsarbeit und gesellschaftliche Verantwortung.

„Deutschland ist immer noch die beste Mannschaft der Welt“
Sieger im Confed-Cup
1 von 23

Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt erstmals den Confederations Cup. Lehrmeister Jogi Löw sagte danach. „Die Jungs haben das klasse gemacht. Ich bin megastolz auf sie.”

Siegtor
2 von 23

Lars Stindl erzielt nach Vorarbeit von Timo Werner das Tor zum 1:0. "Sein Ballverlust im Aufbau blieb unbestraft (5.). Drittes Turniertor wird goldener Finaltreffer (20.). Ungeheures Laufpensum", urteilte die Agentur dpa in ihrer Einzelkritik.

Hitzige Bayern-Stars
3 von 23

In der hitzigen zweiten Halbzeit kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Bayern-Spielern Arturo Vidal und Joshua Kimmich (r). „Es war nichts, wir waren beide heiß. Ich habe ihm gesagt, er soll weniger reden und mehr spielen“, berichtete Vidal. „Da passieren Dinge auf dem Spielfeld, die passieren. Wir haben 1:0 gewonnen, von dem her kann ich ganz locker zurückblicken.“

Jubel
4 von 23

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) honoriert den Turniersieg mit 50 000 Euro pro Mann. Die Erfolgsprämie stand für die Profis als Großverdiener aber am Sonntagabend in St. Petersburg nach dem 1:0 im Finale absolut nicht im Vordergrund. „Es geht hier nicht um Geld, für mich ist es mein erster Titel“, sagte Abwehrspieler Antonio Rüdiger (Bildmitte oben).

Timo Werner
5 von 23

Den goldenen Schuh bekam Timo Werner. Er sicherte sich mit seinem Assist beim 1:0-Finalsieg gegen Chile die Trophäe als bester Offensivmann beim WM-Testlauf - vor Silbermann Stindl und Leon Goretzka. Mit seinem dritten Turniertor verdrängte Stindl in St. Petersburg noch Cristiano Ronaldo vom Torjäger-Stockerl. Werner hängt die Schwalbe gegen Schalke und das Leipzig-Image weiter an. Die Sympathiewerte werden sicher steigen, „wenn er bei der WM noch Tore macht”, konstatierte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in Russland.

Die EM-Champions
6 von 23

Die U21-Europameister bei der Siegerehrung. DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball: „Nach dem EM-Titel für die U21 ist der Confed-Cup-Sieg für die ebenso junge A-Nationalmannschaft ein weiterer großartiger Erfolg für den deutschen Fußball. Gratulation an Bundestrainer Joachim Löw und sein Team, das mit seinem Auftreten imponiert hat. Für alle Beteiligten wird das Erlebte eine rundum positive und wertvolle Erfahrung sein.“

EM-Tanz
7 von 23

Die U21-Spieler tanzen um die EM-Trophäe. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: „Zusammen mit dem EM-Titel der U21 ein großartiges Wochenende. Die erfreuliche Vielzahl an Talenten in beiden Mannschaften zeigt die guten Perspektiven für den deutschen Fußball. Auch das A-Team hat spielerisch und in punkto Einstellung begeistert.“

Der Deutsche Fußball-Bund sah sich durch eine Mischung aus äußerem und inneren Druck zu dieser Reform gezwungen. Die noch immer nicht aufgeklärte WM-Affäre war letztlich der Auslöser. Über mehrere Monate hatte der 2015 zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach einst versucht, den Skandal am eigenen Verband vorbei zu vertuschen. Das Wachstum des DFB ist ein weiterer Grund. „2006 hatten wir noch 100 Mitarbeiter, 2016 waren es schon 300. 2006 lag unser Umsatz noch bei 80 Millionen Euro, 2016 schon bei 300 Millionen“, erklärte Curtius.

Hinzu kam aber noch das verheerende Ergebnis einer internen Befragung, die die Unternehmensberatung McKinsey durchführte und über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und der „Kicker“ bereits Ende September berichteten. Danach prangerten die Mitarbeiter unter anderem Führungsschwächen, fehlende Strategien und komplizierte Entscheidungswege innerhalb des DFB an. „Jetzt wollen wir für Klarheit und klare Führungsstrukturen sorgen“, sagte Curtius.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: DFB gibt sich neue Struktur - Oliver Bierhoff wird der „Super-Minister“

0 Kommentare zu "DFB gibt sich neue Struktur: Oliver Bierhoff wird der „Super-Minister“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%