DFB-Kapitän mit leichter Kritik
Ballack sieht vor Kolumbien-Test Handlungsbedarf

Für Michael Ballack ist die Spielweise des deutschen Nationalteams eindeutig zu offensiv. Man dürfe nicht zu risikoreich spielen, warnte der DFB-Kapitän vor dem letzten WM-Testspiel heute Abend gegen Kolumbien.

Rund eine Woche vor WM-Beginn hat Michael Ballack mit Nachdruck auf die Schwächen des DFB-Teams hingewiesen und Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum Handeln aufgefordert: "Man hat gegen Japan gesehen, dass wir die Schwächen, die wir seit zwei Jahren in der Defensive unter Klinsmann zeigen, immer noch nicht behoben haben. Das ist das Risiko dieser Spielphilosophie, dass wir das ein oder andere Male viel zu schnell spielen. Wir dürfen aber nicht zu risikoreich spielen", erklärte der Nationalmannschafts-Kapitän vor der WM-Generalprobe des deutschen Teams heute in Mönchengladbach gegen Kolumbien (19.00 Uhr/live im ZDF) und übte damit offene Kritik an der aktuellen Spielweise unter Klinsmann.

Der 29-Jährige verdeutlichte anhand eines Beispiels, wie er die deutsche Mannschaft am liebsten bei der WM sehen würde: "Wir haben beim Confed Cup vor einem Jahr Australien zum Auftakt 4:3 geschlagen. Das war für die Zuschauer höchst attraktiv, aber für die Spieler und auch die Trainer nervend. Das Spiel stand bis zuletzt auf des Messers Schneide. Im nächsten Spiel gegen Tunesien (3:0) haben wir nicht so ansehnlich gespielt, dafür den Gegner aber über 90 Minuten unter Kontrolle gehabt. So stelle ich mir das eigentlich vor."

Deshalb richtete der künftige England-Legionär des FC Chelsea auch eine deutliche Warnung an die sportliche Leitung: "Ich weise darauf hin, dass die WM-Spiele von anderem Kaliber sind. Auch Costa Rica, Polen und Ecudaor werden topfit sein. Da müssen wir hundert Prozent drauf gefasst sein. Deshalb müssen wir immer mit dem Gedanken spielen, die Defensive zu stärken."

"Bundestrainer kennt meine Meinung"

Ballack, der davon ausgeht, nach seinem Ausflug gegen Japan auf die rechte Seite gegen die Südamerikaner wieder zentral zu spielen, machte zudem klar: "Der Bundestrainer kennt meine Meinung. Er weiß, wie ich und auch einige andere denken. In großen Teilen stimmen wir ja auch überein. Er hat aber seine eigene Philosophie und muss letztendlich auch entscheiden, denn er steht auch in der Verantwortung."

Den Bundestrainer lassen solche Ratschläge und Warnungen aus berufenem Munde offenbar aber kalt: "Wir werden bei der WM nicht von unserer Philosophie abweichen. Wir wollen schnell nach vorne spielen und dem Publikum einen attraktiven Fußball bieten", bekräftigte er nach dem schmeichelhaften 2:2 gegen die quirligen Japan, die am Dienstag vor allem die Schwächen der deutschen Defensive schonungslos offen gelegt hatten.

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