Fußball
DFB-Kicker erobern Fan-Herzen

Leistung, Leidenschaft und gute Laune: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat mit ihrem 4:3 Sieg nach Verlängerung gegen Mexiko endgültig die Herzen ihrer Fans im Sturm erobert. Durchschnittlich 12 Millionen TV-Zuschauer verfolgten den Auftritt der Klinsmann-Kicker.

HB LEIPZIG. Das Team verabschiedete sich mit einer grandiosen kämpferischen und spielerischen Leistung als dritter aus dem Confederations Cup - die frenetischen Fans im ausverkauften Leipziger Zentralstadion bedankten sich gestern Abend dafür beim Bundestrainer: Immer wieder skandierten sie: "Jürgen Klinsmann".

Auch für die meisten Fernsehzuschauern ist die DFB-Elf die unangefochtene Nummer eins. Durchschnittlich 12,0 Millionen TV-Zuschauer verfolgten das Spiel um Platz drei, in der Spitze sahen sogar 13,82 Millionen zu. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von durchschnittlich 52,9 Prozent. Für das im Anschluss übertragenen Endspiel zwischen Brasilien und Argentinien interessierten sich durchschnittlich nur noch 10,25 Millionen Menschen (36,8 Prozent Marktanteil).

Und so wurde das eigentlich undankbare Spiel um den dritten Platz zu einem Glücksfall für die deutsche Mannschaft. Denn endlich konnte sie dem Millionenpublikum beweisen, dass ihr offensiver Fußball nicht nur Spaß macht, sondern auch erfolgreich ist - und das sogar in Unterzahl. Denn gegen Mexiko, immerhin Nummer 6 der Welt und letzter Bezwinger von Brasilien, spielten die Deutschen 66 von 120 Minuten mit einem Mann weniger - Stürmer Mike Hanke hatte nach einem Rempler eine umstrittene Rote Karte bekommen.

Dass das Team dennoch gewonnen hat, verdankt es seinem unbändigen Einsatz- und Siegeswillen, den Bun-destrainer Klinsmann geweckt hat, und Michael Ballack. Der Kapitän der Mannschaft zirkelte in der Nach-spielzeit einen Freistoß aus 20 Metern unhaltbar in den Winkel - ein Traumtor. Das dritte an diesem A-bend: Lukas Podolski hatte die Deut-schen mit einem Sonntagsschuss 1:0 in Führung gebracht und Sebastian Schweinsteiger hatte eine herrliche Kombination über Hinkel und Podolski zum 2:1 abgeschlossen.

Am Ende des Turniers kann man also sagen: Die Mannschaft hat sich und ihren Rhythmus gefunden. Es bleibt nur ein kleiner Wermutstropfen: Das Team kassiert eine Menge Tore. Solange es immer eines mehr schießt, ist das kein Problem, aber wie brachte Kapitän Michael Ballack es gestern Abend auf den Punkt: "Die Fußball-Weisheit, dass die Deckung stehen muss, gilt weiterhin."

Grischa Brower-Rabinowitsch
Grischa Brower-Rabinowitsch
Handelsblatt / Ressortleiter Unternehmen & Märkte
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