DFB-Pokal
Aus der Nische ins Rampenlicht

Unerschrocken macht sich der FSV Mainz 05 zum heutigen Pokalspiel beim FC Bayern München auf.

MAINZ. Noch immer ist Harald Strutz kaum zu stoppen, wenn er auf den 22. Dezember 1999 angesprochen wird. Nicht weil es sein Geburtstag ist, sondern weil an diesem Tag der Kult um den Verein begann: Mit dem Pokal-Viertelfinale beim FC Bayern München. „Ich erinnere noch genau daran, wie wir fast 10 000 Mainzer mit Sonderbussen und Sonderzügen nach München gekarrt haben – da hat sich sogar der Uli Hoeneß gewundert“, erzählt der Präsident des FSV Mainz 05. Das erste Mal habe man den Nischenverein Mainz 05 nicht nur artikuliert, „sondern auch durch Taten manifestiert.“

11 200 Zuschauer verloren sich an diesem kalten Wintertag im zugigen Olympiastadion – das Gros davon Fans der Rheinhessen. 0:3 verlor der Gast – und feierte doch sich selbst. „Identifikationsauslöser“ nennt Strutz die Partie, die heute eine Neuauflage erfährt. Wenn der FSV Mainz zum dritten Male in der 100-jährigen Vereingeschichte in der Pokal-Runde der letzten Acht in München antritt, werten das die Verantwortlichen als Beleg der Fortentwicklung.

„Wir waren mal die grauste Maus aller grauen Mäuse“, sagt Manager Christian Heidel. Der Zuschauerschnitt lag noch in der zweiten Liga unter 5 000 – so viele sind nun beinahe regelmäßig auf Auswärtsfahrt. Die Fans pflegen die einst 1995 im Trainingslager entworfene Idee, sich als Karnevalsverein zu definieren; entworfen vom befreundeten Dreigestirn aus Präsident Strutz, Manager Heidel und Trainer Jürgen Klopp.

Letzterer gibt auf Pressekonferenzen den Ton an – den Münchenern zollte er gestern nur beschränkt Respekt. „Wir können die Bayern mit hoher Konzentration auf unser Niveau herunterholen. Wenn wir an unser gutes Spiel aus der Hinrunde anknüpfen und unsere Torgelegenheiten nutzen“, tönt Klopp, „dann können wir ins Halbfinale einziehen. Selbst Bayern-Stürmer Roy Makaay („Mainz war neben Bremen der einzige Gegner, der bei uns gewinnen wollte“) warnt vor den unerschrockenen Gästen.

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