DFB-Pokal
Die beste aller möglichen Spielzeiten

Die Stimmung ist heiter bei den Bundesligisten, die am Wochenende mit dem DFB-Pokal in die neue Fußball-Saison starten. Das Handelsblatt nimmt die freudige Stimmung allerorten zum Anlass und wagt einen Ausblick auf die kommenden zehn Monate. Wer wird Meister? Wer randaliert? Und wird die ARD wirklich berichten? Eine Satire.

BERLIN. Der FC Bayern München hat für 60 Millionen Euro neue Stars verpflichtet, ein paar unterklassige Gegner geputzt, den Liga-Pokal gewonnen und somit Hoffnungen auf die beste Bayern-Saison aller Zeiten geschürt. Hannover 96 schlug am Dienstag Real Madrid 3:0 und darf es sich nun leisten, wie Klubchef Martin Kind vor überzogenen Vorstellungen zu warnen. Der Hamburger SV bekommt sogar mit Gegnern wie Dacia Chisinau sein Stadion voll. Borussia Dortmund stoppt vorzeitig den Verkauf seiner Saisontickets, Rekord! Nur Hertha BSC wird von Dieter Hoeneß anstatt verstärkt, weiter zur Ader gelassen. Aber auch dies mag niemand falsch interpretieren, Hoeneß will das frische Geld nun schleunigst reinvestieren.

Das Handelsblatt nimmt die freudige Stimmung allerorten zum Anlass und wagt einen Ausblick auf die kommenden zehn Monate.

Captagon und Lügendetektoren


Samstag, 4. August, noch bevor in der „ARD-Sportschau“ das Pokalduell zwischen Rot-Weiß Essen und Energie Cottbus gezeigt wird, verliest Monica Lierhaus ein Kommuniqué des Senders. In diesem verweist die Moderatorin auf den Radsport und auf den zwei Jahre zurückliegenden Dopingfall des Neu-Frankfurters Aaron Galindo. Zwar gelte die Unschuldsvermutung, aber: Beim nächsten Dopingfall werde das öffentlich-rechtliche TV seine Berichterstattung über die Bundesliga einstellen.

Anschließend berichtet ARD-Experte Hajo Seppelt von Doping im Fußball und befragt Galindo zu dessen Erfahrungen. Im ZDF-Sportstudio warnt der ehemalige Trainer Peter Neururer vor einer Renaissance des Aufputschmittels Captagon: „In den Augen mancher Neuzugänge entdecke ich so einen komischen Blick.“

Die „Sport-Bild“, Europas größte Sportzeitschrift, schließt in der Woche darauf per Stichprobe ausgewählte Bundesligaprofis an einen Lügendetektor an. Alle Ergebnisse sind negativ, die Liga atmet auf.

Sammer, Leibniz, Handke


4. Oktober, ein fulminantes 2:1 des VfB Stuttgart in der Champions League gegen den RSC Anderlecht versetzt das Land in kollektive Euphorie. Angesichts weiterer Erfolge im Europapokal wird das „deutsche Herbstmärchen“ ausgerufen.

Matthias Sammer gibt zwei Jahre nach seiner Berufung zum Chefideologen und Sportdirektor des Deutschen Fußballbundes erstmals Einblicke in sein Nachwuchskonzept. Sammer erklärt, man habe auf allen Ebenen die Trainer angewiesen, ballorientierte Gegnerdeckung und Viererkette einüben zu lassen sowie vor der Abwehr mit einer Doppel-6 zu agieren, und behauptet: „Man sieht, dass mein Konzept greift.“ Den Einwand, dass sein Nachwuchskonzept erst zwei Jahre alt sei, womit es doch nur bei 13- bis 15-Jährigen zutreffe, wischt Sammer beiseite. Er weist darauf hin, dass die WM 2006 gezeigt habe, zu wie viel Optimismus Deutschland fähig sei, und man nicht immer das „Haar in der Suppe“ suchen solle.

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