DFB-Pokal-Halbfinale: Schalke siegt bei den Krisen-Bayern

DFB-Pokal-Halbfinale
Schalke siegt bei den Krisen-Bayern

Berlin wird 2011 ein blau-weißes Ruhrpott-Finale erleben: Nach dem MSV Duisburg qualifizierte sich auch der FC Schalke durch einen Sieg beim FC Bayern München. Dem Rekordmeister droht nun der Super-GAU in dieser Saison.
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München/DüsseldorfAuch wenn in Rheinland dieser Tage der Karneval startet: Das Ruhrgebiet ist derzeit Deutschlands Hochburg der ausgelassenen Freude - zumindest für die Fußballfans. Beide großen deutschen Titel werden wohl im "Pott" landen: Borussia Dortmund holt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Meisterschaft. Und nun steht auch fest, dass der DFB-Pokal zwischen Duisburg und Schalke vergeben wird. Abgesehen davon hat Zweitligist VfL Bochum ein paar Kilometer weiter noch berechtigte Aufstiegschancen.

Aber zurück zum gestrigen Pokalabend: Der FC Schalke 04 hat durch einen 1:0-Sieg beim FC Bayern München das blau-weiße Ruhrpott-Finale gegen den MSV Duisburg erreicht, der Absturz der Bayern nimmt dagegen immer bedrohlichere Ausmaße an: Den Münchnern, in der Liga bereits ohne Meisterchance, droht nun eine Saison ohne Titel. Nur noch in der Champions League ist die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal im Rennen. Auf den Niederländer warten sehr ungemütliche Zeiten.

Schalke nutzte dagegen dank Torschütze Raul und des starken Keepers Manuel Neuer die wohl letzte Chance, sich doch noch für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Die Königsblauen zogen zum zwölften Mal ins Pokalfinale ein. Am 21. Mai in Berlin ist das Team von Felix Magath gegen den Zweitligisten MSV Duisburg klar favorisiert. „Wir freuen uns tierisch, dass wir im Finale stehen. Das ganze Ruhrgebiet freut sich darauf, na ja, nicht das ganze“, meinte Schalkes Nationaltorwart Manuel Neuer. „Wir wussten, dass wir eine Chance kriegen würden. Wir sind bei den Standards sehr gefährlich gewesen und hätten noch ein Tor mehr machen können. Insofern haben wir uns das verdient, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel für das Spiel getan und nur noch verteidigt haben“, erklärte Trainer Magath.

„Natürlich hat das frühe 0:1 Schalke in die Karten gespielt, sie haben sich bis 40 Meter vor dem eigenen Tor zurückgezogen. Wir haben keine Lösung gefunden“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm und bilanzierte: „Wenn wir nicht Meister werden und nicht den Pokal gewinnen, ist es keine gute Saison für den FC Bayern.“ Für die Bayern, 15-maliger Cupgewinner und bisher 17-mal im Finale, war es die erste Pokal-Heimniederlage seit knapp 20 Jahren. Seit dem 2:4 nach Verlängerung gegen den FC Homburg am 17. August 1991 gab es 24 Siege. Für Schalke war es im zehnten Pokal-Duell gegen die Bayern erst der zweite Sieg. Den Triumph der Schalker und ihres Trainers leitete einmal mehr der Spanier Raul mit seinem Treffer in der 15. Minute ein. Bayern-Keeper Thomas Kraft war ohne Abwehrchance.

Das Duell zwischen Kraft und Schalkes Nationaltorwart Neuer, vermeintlicher Wunschkandidat der Münchner, stand im Mittelpunkt des Interesses. Neuer musste sich schon vor dem Anpfiff ein gellendes Pfeifkonzert gefallen lassen. Zudem wurde jede Ballberührung des 24-Jährigen von lautstarken Pfiffen eines Teils der Bayern-Fans begleitet. Die hatten ihre Meinung zum geplanten Wechsel zudem mit Plakaten deutlich gemacht: „Koan Neuer“ (kein Neuer) war zu lesen. Bayern-Eigengewächs Thomas Kraft wurde dagegen bei jeder Aktion frenetisch gefeiert. Neuer ließ dies jedoch kalt. Er zeigte eine fehlerfreie Vorstellung. „Ich denke, ich habe eine solide und seriöse Leistung geboten“, meinte er nachher.

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