DFB-Pokal
Wie der Vater, so der Sohn

Vor 25 Jahren hielt Eintracht-Kultspieler Bum-kun Cha den DFB-Pokal jubelnd in den Händen. Nun will es sein Sohn Du-Ri am Samstag in der Partie Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern München nachmachen und Fußball-Geschichte schreiben.

HB FRANKFURT/MAIN. „Ich habe meinen Vater dafür bewundert und nun habe ich die Chance, selbst den Cup zu holen“, sagt der Südkoreaner vor dem Endspiel um die Trophäe des Deutschen Fußball-Bundes an diesem Samstag im Berliner Olympiastadion gegen Rekordchampion FC Bayern München.

„Das ist schön für die ganze Familie. Es zu schaffen, wäre etwas ganz besonderes“, sagt Du-Ri Cha. Nur einer wird auf alle Fälle vor Ort fehlen: Vater Bum-kun. „Ich hätte ihn gern eingeladen, er kann aber nicht kommen, weil er selbst als Trainer im Einsatz ist“, erklärte sein Filius.

Bei der Eintracht hat sich Du-Ri Cha als unermüdlicher und klagloser Kämpfer einen Namen gemacht. Die Stärke seines Vaters liegt ihm dagegen nicht unbedingt im Blut: Das Toreschießen. In 77 Bundesliga-Einsätzen traf Cha nur vier Mal. In der Frankfurter Zweitliga-Saison waren es acht. Zur eigenen Überraschung, wie Du-Ri Cha auf der Eintracht-Internetseite zugibt. Dort vollendet er den Satz „In der letzten Saison hat mich überrascht, dass...“ mit „ich so viele Tore geschossen habe“.

58 waren es dagegen bei Vater Bum-kun in den vier Jahren im Eintracht-Trikot. Im Pokalfinale 1981 traf der erste Koreaner in der Bundesliga zum 3:0. Am Ende hieß es in Stuttgart 3:1 für Eintracht Frankfurt über den 1. FC Kaiserslautern. Kurios am Rande: Bei den Pfälzern spielte damals der aktuelle Cha-Coach Friedhelm Funkel.

Ob Funkel seinen lauffreudigen Beinahe-Allrounder gegen die Bayern auch von Beginn an aufbieten wird, ist allerdings fraglich. Dennoch: „Mein Vater hat mir gesagt, ich soll den Tag genießen und Spaß haben“, meinte Du-Ri. Wichtig wäre es auch für sein großes Ziel. „Es gibt mir auch noch mal einen Schub für die WM“, sagte der elfmalige Nationalspieler.

Fußball-Historisches kann der 25-Jährige jedoch bereits am Samstag leisten. Denn in Deutschland gab es es noch kein Vater-Sohn-Gespann, das – auch noch für denselben Verein – den DFB-Pokal holte.

Im Gegensatz zur Verwandtschafts-Konstellation Onkel-Neffe. So gewann Richard Dörfel 1943 mit Vienna Wien den DFB-Pokal (3:2 gegen LSV Hamburg nach Verlängerung). Neffe Gert „Charly“ Dörfel machte es ihm 20 Jahre später mit dem Hamburger SV nach. Allerdings kann auch dies einem Frankfurter am Samstag gelingen. Denn U-21-Nationalspieler Patrick Ochs ist der Neffe von Thomas Klepper. Und dem gelang 1988 mit der Eintracht der Cup-Coup.

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