DFB-Pokalfinale BVB vs. Bayern
Das Duell der Alphatiere

Im DFB-Pokalfinale treffen zwei völlig unterschiedliche Teamphilosophien aufeinander - mit ebenso unterschiedlichen Manager-Persönlichkeiten. Personalexperten analysieren, was die beiden Führungstrios so erfolgreich macht - und ob BVB-Coach Klopp zu den Bayern passen würde.
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DüsseldorfFür die junge Elf aus dem Revier ist der hemdsärmelige Trainer Jürgen Klopp die Idealbesetzung. Davon ist Anke Hoffmann, Geschäftsführerin der Personalberatung Kienbaum, überzeugt. Der 44-Jährige, der stets einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, besitzt in hohem Maße Sozialkompetenz, urteilt Hoffmann. „Klopp spricht mit seinen Spielern - das ist bei vielen Trainern wie auch Chefs keine Selbstverständlichkeit.“

Für Reinhard K. Sprenger, Deutschlands meistgelesenen Managementautor, verkörpert der BVB-Trainer die „moderne Führungskraft“ schlechthin. „Klopp hat keinen festgefahrenen Führungsstil wie etwa Felix Magath, der alle gleich behandelt. Er stellt sich auf jeden individuell ein“, so der Autor von „Gut aufgestellt - Fußballstrategien für Manager“.

Damit aber schwimme Klopp gegen den Strom, sagt Sprenger. Und damit trotzdem vielen Firmen voraus. Denn die stellten sich heute zwar individuell auf jeden Kunden ein. Um erfolgreich zu sein, müssten sie aber künftig auch auf ihre Mitarbeiter individuell eingehen.

„Wir haben eine Klubphilosophie, die auf jeden Einzelnen setzt“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem Handelsblatt. Trotzdem sei die Mannschaft der Star. Als Spielmacher Mario Götze ausfiel, führte der BVB seinen Siegeszug fort. Die Bayern dagegen gerieten ins Wanken, als Stars wie Ribéry, Robben und Schweinsteiger verletzt waren.

Klopp „redet Klartext, er kritisiert - aber konstruktiv“, analysiert die Kienbaum-Expertin Hoffmann. Durch seine emotionalen Ausbrüche wirke der „Heißmacher“ authentisch. Das Team gibt alles, weil er alles gibt. Vom nach Erfolg gierigen „King Kloppo“ lassen sich die jungen Talente bereitwillig formen. Er habe natürliche Autorität, so Hoffmann, die längst nicht jede Führungskraft besitze.

Soziale Verträglichkeit, die Klopp vorlebt, erwartet er ebenso von der Mannschaft. „Arschlöcher werden bei uns sofort verkauft, da kann einer noch so überragend kicken“, sagt Klopp.

Beim BVB fällt auf, wie sehr Trainer, Geschäftsführer Watzke und Sportdirektor Michael Zorc harmonieren. Der Grund: „Klopp und Watzke sind beide bodenständige Macher“, sagt Buchautor Sprenger. „Ein Klub ist 25 Prozent erfolgreicher, wenn sich die entscheidenden Leute gut verstehen“, sagte Watzke einst dem Manager Magazin.

Watzke und Zorc haben Trainer und Team viel Zeit gegeben und Patzer einkalkuliert. Die Ziele blieben bewusst bescheiden. „Das hat den Druck von den Spielern genommen“, lobt Hoffmann.

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Heynckes - Gegenentwurf zu van Gaal

Kommentare zu " DFB-Pokalfinale BVB vs. Bayern: Das Duell der Alphatiere"

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  • Korrektur:
    Dortmund IST Pokalsieger.

    War ja auch ziemlich schwierig für die Bayern, mit vollen Hosen Fußball spielen zu wollen ...

  • Heynckes hat Angst zu versagen. Und genau das vermittelt er auch seinen Spielern: vorsichtiger Ballbesitz geht vor beherztem Angriff. Klopp dagegen und seine Spieler haben keine Angst. Ein Konter versemmelt, ein Schuß in die Tribüne - na und, dann eben beim nächsten Versuch.

    Dortmund wird Pokalsieger.

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