DFB-Präsident Wolfgang Niersbach
„Ein einziges PR-Desaster für den Fußball schlechthin“

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lässt sich die Übernahme eines Fifa-Amtes bei einer Wiederwahl von Weltverbandschef Joseph Blatter offen. Für die jüngsten Skandale findet er deutliche Worte.
  • 0

ZürichWelche Entscheidungen gab es beim Treffen der Mitglieder der Europäischen Fußball-Union Uefa?

Ich brauche nicht zu betonen, dass es eine sehr schwierige, komplizierte Situation ist. Die Stimmung bei der Uefa ist so, dass man mehrheitlich eindeutig für den Wechsel an der Fifa-Spitze eintritt. Das bedeutet, dass entgegen der Option, die gestern in Warschau diskutiert wurde, die Uefa an dem Kongress teilnimmt und sich an der Wahl beteiligt und mehrheitlich für Prinz Ali stimmt.

Sehen Sie dafür eine realistische Chance?

Was ist realistisch? Ich kann nicht einschätzen, wie die Ereignisse von gestern sich auf das Stimmverhalten der Repräsentanten der anderen Konföderationen auswirkt. Jeder der einigermaßen, ich hätte fast gesagt, geradeausdenken kann, muss doch realisieren, dass es ein einziges PR-Desaster für den Fußball schlechthin ist. Letztlich reduziert sich das auf die Frage, wie bekommen wir jenseits der nötigen Aufklärung die berühmte Kurve. Das ist nach meiner persönlichen Einschätzung nicht möglich, wenn es an der Spitze der Fifa keinen Wechsel gibt.

Der Engländer David Gill hat gesagt, dass er nicht ins FIFA-Exekutivkomitee geht, sollte Blatter wiedergewählt werden. Sehen Sie ähnliche Schritte für sich selbst?

David ist ein guter Freund von mir. Das sind auch innere Kämpfe, die auch bei mir jetzt stattfinden. Das ist ein Abwägen: Boykottiert man etwas oder geht man ins Exekutivkomitee rein und hat die Chance auch wirklich etwas zu verändern. Die Frage stellt sich schon am Samstag, wenn wir im neuen Exekutivkomitee beraten müssen, ob Europa die WM-Plätze künftig behält, konkret für Russland: 13 plus Russland. Da brauchen wir jede Stimme. Es ist ein Abwägen, und wie immer diese Wahl und dieser Kongress ausgehen, haben wir auch verabredet, dass wir uns rund um das Champions-League-Finale auch mit der Uefa sondieren.

Seite 1:

„Ein einziges PR-Desaster für den Fußball schlechthin“

Seite 2:

„Jeder macht sein Kreuzchen alleine“

Kommentare zu " DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Ein einziges PR-Desaster für den Fußball schlechthin“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%