DFB-Sieg gegen Tschechien
Es müllert wieder

Thomas Müller löst die Debatten um eine angebliche neue Torkrise auf seine Weise – mit Humor und zwei Treffern. Das nächste Spiel der Nationalmannschaft gegen Nordirland erinnert ihn aber an ein Dilemma.

HamburgThomas Müller übernahm auch nach der begeisternden Tore-und-Spaß-Gala gegen Tschechien die Hauptrolle. „Damit übergebe ich an den Mann des Tages“, sagte Bundestrainer Joachim Löw beim Verlassen der Pressekonferenz und leitete nahtlos an den Doppeltorschützen über.

Und Müller spielte mit, verkündete auf dem Podium mit ernster Miene: „Ich war natürlich in einer tragischen Situation vor dem Spiel, und dementsprechend bin ich froh, dass ich mich aus dem Sumpf befreien konnte.“ Gelächter im Saal – mit einem Schlag hatte der 27-Jährige die Diskussionen um den noch torlosen Bundesliga-Müller ad absurdum geführt.

„Spaß beiseite: Das Fußballgeschäft ist, wie es ist“, setzte Müller in Hamburg seine Ausführungen über das 3:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen Tschechien und seinen Anteil daran fort. „Ich habe immer wieder betont, dass ich versuche, mich so wenig wie möglich von den positiven wie auch negativen Momenten beeinflussen zu lassen. Ich höre auf meinen Trainer und meine innere Stimme.“

Der Mann bleibt ein Phänomen. Da wurde dem Münchner schon wieder eine Krise nachgesagt, weil er bei fünf Bundesligaeinsätzen für den FC Bayern in dieser Saison noch nicht getroffen hat. Und dann antwortete Müller einfach mit seinem achten Doppelpack im DFB-Trikot.

„Es ist interessant und irgendwo auch lustig, dass jetzt, wenn WM draufsteht, es gleich wieder funktioniert. Daraus kann man schöne Geschichten machen“, sagte der selbst erheiterte Torjäger nach seinem zweiten Doppelschlag in der laufenden Ausscheidung zur WM 2018.

Die beruhigende Nachricht für das DFB-Team ist: Es müllert wieder. 36 Mal durfte sich der Angreifer inzwischen im Nationalteam als Torschütze feiern lassen – in 80 Partien. Damit steht er in der DFB-Torjägerstatistik schon auf Rang elf. Mit dem nächsten Treffer zieht er mit dem jetzigen Teammanager Oliver Bierhoff gleich.

„Thomas Müller ist immer in der Lage, wenn er Chancen hat, Tore zu erzielen. Jetzt hat er bei uns wieder einen guten Lauf“, bemerkte Löw. „Seit der WM 2010 hat er permanent in jedem Jahr in der Bundesliga und der Nationalmannschaft getroffen“, erinnerte der DFB-Chefcoach.

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Es müllert wieder

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Torinstinkt schien verloren

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